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Altersvorsorge: Schweizer rechnen mit tieferem Lebensstandard

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die Schweizer Bevölkerung fordern mehr Mitspracherecht und Wahlfreiheit in der Altersvorsorge. Gleichzeitig lehnen 74 Prozent die Erhöhung des Rentenalters ab, auch die Senkung des Umwandlungssatzes findet keine Mehrheit; Drei von vier Personen rechnen heute damit, ihren Lebensstandard nach der Pensionierung senken zu müssen.
02. September 2020 - PD/MIG

Das Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung M.I.S. Trend hat in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Le Temps und der Groupe Mutuel die Schweizer Bevölkerung zu Vorsorgethemen, insbesondere der beruflichen Vorsorge (2.Säule) und deren Reformen, befragt. Dabei zeigte sich, dass die Altersvorsorge zu den grössten Sorgenthemen der Schweizerinnen und Schweizer gehört. Drei von vier rechnen damit, ihren Lebensstandard nach der Pensionierung senken zu müssen. Obwohl das System der drei Säulen grundsätzlich Vertrauen geniesst, halten 60 Prozent der Befragten ihre Vorsorge zum jetzigen Zeitpunkt für nicht ausreichend.

 

Freie Wahl der Pensionskasse gewünscht

Das 3-Säulen-System der Schweiz wurde 1972 in der Bundesverfassung verankert und erlaubt eine breite Abstützung der Vorsorge im Ruhestand. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass immer weniger Beitragszahlende für immer mehr Empfänger aufkommen müssen. Zusammen mit neuen dezentralen Arbeitsformen machen diese Entwicklungen eine Reform des Systems notwendig. Änderungen in der beruflichen Vorsorge stossen jedoch immer wieder auf Vorbehalte und scheiterten in den letzten Jahren mehrmals an der Urne.

 Auch in der neusten Umfrage der Groupe Mutuel zeigt sich die Schweizer Bevölkerung skeptisch gegenüber den gängigsten Reformvorschlägen. Während Änderungen der AHV in den nächsten 20 Jahren von der Mehrheit erwartet werden, lehnen 74 Prozent der Befragten eine Erhöhung des Rentenalters ab. Etwas mehr als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer spricht sich ausserdem gegen eine Senkung des Umwandlungssatzes im BVG aus. Stattdessen werden einheitliche Beitragssätze für alle Altersklassen (von 57 Prozent) sowie die freie Wahl der Pensionskasse (von 74 Prozent) und mehr Möglichkeiten, das BVG-Guthaben vor der Pension einzusetzen (von 61 Prozent), gefordert.

 

„Es braucht ein übersichtliches und faires Vorsorgesystem“

„Wir müssen es schaffen, den Schweizerinnen und Schweizern ein besseres Verständnis rund um den Umwandlungssatz zu vermitteln. Reformen in der beruflichen Vorsorge sind nötig. Zum Beispiel werden Menschen mit tiefen Löhnen und Teilzeitarbeitende, darunter viele Frauen, heute benachteiligt“, sagt Thomas Boyer, CEO der Groupe Mutuel.

Die Vorsorge ist ein komplexes Thema, das Schweizer Bürgerinnen und Bürger beschäftigt. Das auf drei Pfeilern solide aufgestellte System muss jedoch in nächster Zeit an die heutigen Lebens- und Arbeitsformen angepasst werden – Für einen würdevollen Lebensabend für alle.

 

Weitere Resultate der Umfrage finden Sie im Factsheet und im Video zum Download

 

 

 


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