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Corona: Mehr Stress für Frauen und Junge

Über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hatte aufgrund der Corona-Krise mehr Stress als sonst, das zeigt eine repräsentative Studie von AXA. Vor allem Frauen und Personen unter 50 Jahren waren stärker belastet. Die Risikogruppe hingegen nahm die Krise relativ gelassen. Über die Hälfte aller Befragten will künftig vermehrt im Home Office arbeiten.
19. Juni 2020 - PD/MIG

Die Corona-Krise veränderte das Leben in der Schweiz schnell und radikal. Für viele Arbeitnehmer war von einem Tag auf den anderen Home Office angesagt. Gemäss einer repräsentativen AXA Studie arbeitete über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung während der Krise komplett von zuhause aus, weitere 28 Prozent teilweise. Bei 37 Prozent der Befragten war Home Office nicht möglich.

Als grösste Herausforderungen der Home-Office-Zeit gab die Hälfte (51 Prozent) der Befragten, die von zuhause aus gearbeitet hatten, an, die Arbeitskolleginnen und -kollegen zu vermissen sowie die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben auseinanderzuhalten. Über ein Drittel hatte Mühe, die Selbstdisziplin aufrechtzuerhalten und genügend Pausen einzuplanen. Trotz allem: Das Arbeiten von zuhause aus wurde insgesamt positiv beurteilt – über die Hälfte der Befragten im Home Office möchte auch künftig vermehrt von daheim aus arbeiten.

 

Mehrbelastung durch Home Schooling

Für über einen Drittel der Befragten bedeutete die Corona-Krise jedoch einen erhöhten Stresslevel. Überdurchschnittlich belastete die Situation offenbar die Frauen – während 29 Prozent der Männer über mehr Stress, Konflikte oder Ängste klagte, waren es bei den Frauen 43 Prozent.

Zudem gaben 44 Prozent der Personen, die Home Schooling-Erfahrungen gemacht hatten, an, während der Krise unter erhöhtem Stress gelitten zu haben. Möglich ist, dass die Mehrbelastung verursacht durch Kinderbetreuung und Home Schooling häufig bei Frauen aufgeschlagen hat – dies lässt sich aus den Umfrageergebnissen aber nicht eindeutig ableiten.

Dazu passt auch, dass Personen in Familienhaushalten die Krise als stressiger empfanden als Personen in Paarhaushalten. Doch auch für allein lebende Personen war die Corona-Krise belastend, wie die Umfrage zeigte; 42 Prozent aller Befragten gab an, mehr Stress zu haben als sonst.

 

Generationenunterschied bezüglich Stresslevel

Personen über 50 Jahre empfanden die Situation gemäss der Umfrage als weniger stressig als jüngere Personen, am gelassensten nahm die ältere Generation die Krise. Lediglich 25 Prozent der Befragten über 65 Jahren gaben an, mehr Stress, Konflikte oder Ängste zu haben. Dieses Resultat mag überraschend sein; die ältere Generation hat immerhin ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs bei einer Infektion. Es reiht sich aber in die aktuelle Forschung ein: Die jüngere Generation ist im Vergleich zu älteren Menschen generell angespannter und sorgenvoller.

 

Mehr Telefon und Video auch im Privatleben

Im Privatleben wich die Schweizer Bevölkerung während des Lockdowns ebenfalls häufig auf nicht-physische Kommunikationskanäle aus. 60 Prozent der Befragten telefonierten häufiger, um den Kontakt mit Familienmitgliedern ausserhalb des eigenen Haushalts zu pflegen, über ein Drittel hielt digitale Videokonferenzen ab. 30 Prozent traf sich weiterhin wie bisher, aber mit dem nötigen Abstand. Und immerhin 7 Prozent der Befragten traf sich weiterhin gleich häufig wie bisher – ohne zusätzliche Schutzmassnahmen.

 

 

AXA Digitalisierungsmonitor

Der AXA Digitalisierungsmonitor ist eine repräsentative Studie, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Lebensbereiche untersucht. In diesem Zusammenhang wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch zu Themen rund um die Corona-Krise befragt. Die LeeWas GmbH befragte im Auftrag der AXA im Mai 2020 über 2000 Personen aus der ganzen Schweiz. Der Fehlerbereich liegt bei 2.7 Prozentpunkten. Die vollständige Studie steht in Deutsch zum Download zur Verfügung.


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