News

«Das klassische Chefmodell hat ausgedient»

Die neue Swiss Life HR-Chefin Stefanie Weber ist überzeugt: Der alles bestimmende Chef ist kein Zukunftsmodell für Führung.
18. März 2020 Michaela Geiger

Stefanie Weber glaubt an den beruflichen Wechsel, neue Chefstrukturen und Eigenverantwortung. Die neue Leiterin Group Human Resources bei Swiss Life hat eigene Vorstellungen der Unternehmensführung.

In einem Interview auf dem Content-Hub von swisslife.com betont sie, wie wichtig Flexibilität in der heutigen Arbeitswelt ist: «Dass jemand einen thematisch neuen Pfad einschlägt, kommt heute häufiger vor. Solche Richtungswechsel bedeuten, sein Berufsleben neu zu denken», erklärt Weber, die sich selbst bereits mehrmals umorientierte und in verschiedenen Ländern arbeitete. Die Swiss Life habe im Rahmen der gruppenweiten Initiative «Berufsleben aktiv gestalten» einige Massnahmen lanciert, die bei einer beruflichen Neuausrichtung helfen.

 

Chef-Rolle als Coach und Mentor

Die Überzeugung «Ich bin der Chef und ich sage was läuft» hat nach den Worten von Stefanie Weber «definitiv ausgedient». Eine heutige Führungskraft habe verschiedene Rollen gleichzeitig inne, darunter «insbesondere die Rolle als Coach und Mentor». Eine erfolgreiche Führungskraft solle gut koordinieren können, die nötigen Rahmenbedingungen schaffen und den Mitarbeitenden den notwendigen Grad an Autonomie geben. Der Chef oder die Chefin sei aber da, wenn Entscheidungen zu treffen sind oder es zu intervenieren gilt.

Die Rolle von Vorgesetzten werde stark geprägt durch die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Sie geht davon aus, dass Unternehmen künftig auch ausserhalb von Projekten noch stärker in Netzwerken von Teams agieren, glaubt Stefanie Weber.

 

Stresstest Coronavirus

Wie wichtig eine flexible Arbeitsweise ist zeigt aktuell das Coronavirus, das gerade die Welt auf den Kopf stellt. Stefanie Weber sagt: «Das Coronavirus zwingt uns aktuell tatsächlich dazu, unser Leben zu verändern. Auch das Arbeitsleben. Die Arbeitsmodelle wie mobiles Arbeiten und die verfügbaren technologischen Mittel ermöglichen die zeitliche und räumliche Flexibilität im Arbeitsalltag. Allerdings haben wir in diesem Ausmass mobiles Arbeiten noch nie genutzt. Im Zentrum steht, dass wir unsere Funktionen zu jederzeit und überall bestmöglich ausüben können. Insofern würde ich das Coronavirus als einen Stresstest für die Arbeitswelt bezeichnen, bei dem alle gefordert sind, optimale Rahmenbedingungen für flexibles Arbeiten und die Zusammenarbeit zu schaffen und zu nutzen.»

 

***

Stefanie Weber hat 1995 als Praktikantin bei der damaligen Rentenanstalt angefangen. Seit Anfang Jahr leitet sie als Head of Group Human Resources bei Swiss Life Holding das HR auf Gruppenstufe.

 

.


Webdesign by Multi Digital