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Die Arbeitswelt 4.0 fordert die Unternehmensleitung heraus

Laut dem aktuellen Future Work Barometer liegen in den Unternehmen deutlich über 70 Prozent des Entwicklungspotenzials für eine erfolgreiche Umsetzung der Arbeitswelt 4.0 auf der Ebene der Unternehmensführung. Dazu gehören Bereiche wie Unternehmenskultur und -werte, Strategie, Führungsstil und persönliche Kompetenzen.
07. September 2020 - PD/MIG

In der Corona-Krise zeigte sich schnell, wie Unternehmen in «Sachen» Arbeitswelt 4.0 aufgestellt sind und wo neue Herausforderungen liegen. Vor diesem Hintergrund lancierte die Future Work Group im Juli 2020 erstmals den Future Work Barometer. In Kooperation mit dem Schweizer KMU Magazin «Organisator» und der FHNW Hochschule für Wirtschaft (FHNW) holt die Kurzumfrage quartalsweise Einschätzungen, Erfahrungen und Bedürfnisse hinsichtlich der Arbeitswelt 4.0 bei Schweizer Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden ab. Dies in der Absicht, anhand der im aktiven Austausch mit den Unternehmen gewonnenen Erkenntnissen eine allen Beteiligten nutzenbringende Arbeitswelt 4.0 zu gestalten.

Der Future Work Barometer basiert auf der gemeinsam von der Future Work Group und der FHNW im Herbst 2019 publizierten grossen Schweizer Studie «Arbeitswelt 4.0». Die Studie zeigt auf, dass die gegenseitige Wechselwirkung der Dimensionen People (Mitarbeitende), Place (Arbeitsumfeld) und Technology (Technologien) zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren der Arbeitswelt 4.0 gehört.

 

Wunsch und Wirklichkeit bei der Digitalisierung

Danach befragt, welche Bedeutung sie einer modernen, digitalisierten Arbeitswelt einräumen, gaben 96 Prozent der 235 Teilnehmenden diese als für sie wichtig bis sehr wichtig an. Gleichzeitig geht die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit hinsichtlich des Digitalisierungsgrades deutlich auseinander. Nur 38 Prozent der Befragten attestierten ihrem Unternehmen einen hohen bis sehr hohen Digitalisierungsgrad.

 

Investitionen in Technik und Arbeitsort rangieren weit vorn

Auf die Frage, in welchen Bereichen innerhalb der vergangenen sechs Monate investiert wurde, erfolgte dies laut den Teilnehmenden vor allem in den Bereichen Arbeitsort (66 Prozent), IT-/Datensicherheit (49 Prozent) und IT-Infrastruktur (47 Prozent). Aufgrund des vorangegangenen pandemiebedingten «Home-Office Boost» überrascht dies nicht. Am wenigsten wurde in den Bereichen des klassischen Büro-Arbeitsplatzes (25 Prozent) und Führungsstil (29 Prozent) investiert.

Insgesamt sind mit 51 Prozent knapp über die Hälfte der Teilnehmenden zufrieden bis sehr zufrieden mit den Investitionen, die ihr Unternehmen hinsichtlich der Arbeitswelt 4.0 getätigt hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass die sachbezogenen Investitionen (Technik, Arbeitsort) deutlich im Vordergrund stehen.

 

Deutlicher Nachholbedarf auf der Führungsebene

Demgegenüber weisen die entscheidenden Bereiche auf Ebene der Unternehmensführung laut den Teilnehmenden massive Defizite auf. So schätzen diese das Entwicklungspotenzial von z. B. Kultur/Werten/ Zusammenarbeit (78 Prozent), Arbeitsprozesse (77 Prozent), Strategie (76 Prozent), persönliche Kompetenzen (74 Prozent) und Führungsstil (72 Prozent) als hoch ein. Hier müsste also dringend nachgeholt resp. intensive Entwicklungsarbeit für eine erfolgreiche Realisierung der Arbeitswelt 4.0 geleistet werden. Denn diese neue Arbeitswelt basiert auf einem neuen Denken – und das liegt bei den Menschen im Unternehmen.

 

Die wichtigsten Kennzahlen des Future Work Barometers

Der Future Work Barometer zeigt in der ersten Ausgabe 2020-1 die folgenden Erkenntnisse:

  • Digitalisierungsgrad der Arbeitswelt im eigenen Unternehmen: 38 Prozent schätzen diesen als hoch/sehr hoch ein
  • Zufriedenheit mit den Investitionen des eigenen Unternehmens: 51 Prozent erachten diese als hoch/sehr hoch
  • Investitionen in die Dimension People in den letzten sechs Monaten: 30 Prozent beurteilen diese in ihrem Unternehmen als viel/sehr
  • Investitionen in die Dimension Place in den letzten sechs Monaten: 46 Prozent sagen, ihr Unternehmen hat viele/sehr viel investiert
  • Investitionen in die Dimension Technology in den letzten sechs Monaten: 48 Prozent schätzen diese auf dem Level viel/sehr viel ein

 

Mögliche Lösungsansätze für eine ganzheitliche Transformation in die Arbeitswelt 4.0

«Referenzierend auf die Ergebnisse dieses ersten Future Work Barometers, scheinen die Potenziale des Handlungsfelds Arbeitswelt 4.0 noch bei weitem nicht voll erschlossen zu sein. Viel zu wenige Organisationen erarbeiten bisher die erforderliche Strategie zusammen mit ihren Mitarbeitenden, einem ihrer wertvollsten Erfolgsfaktoren», resümiert Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation an der FHNW und Herausgeber der Studie Arbeitswelt 4.0. Einen möglichen Lösungsansatz für die nachhaltige gemeinsame Gestaltung der Arbeitswelt 4.0 können einfach einsetzbare Praxishilfsmittel bieten wie ein Workshop-Canvas in Kombination mit einem methodischen Projektprozess, die die drei Dimensionen People, Place und Technology integrieren.

 

Die detaillierte Auswertung des Future Work Barometers steht Interessierten kostenlos zum Download zur Verfügung.


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