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Disruption: Mehr Freude am Experimentieren wäre wichtig

Keine Atempause: Sieben von zehn Schweizer Unternehmen sind im permanenten Wandel. Bei Innovationen ist die Schweizer Wirtschaft oft zu vorsichtig, zeigt eine Studie.
06. Oktober 2020

Der andauernde Wandel ist für die Schweizer Wirtschaft längst Realität: 71 Prozent der Unternehmen haben sich in den vergangenen drei Jahren stark oder sogar sehr stark verändert. Dies zeigt die Studie «Erfolgsfaktor Transformation – So geht die Schweizer Wirtschaft den Wandel an». Für die Studie befragte das Zürcher Beratungsunternehmen Staufen Inova AG Schweizer Firmen aus Industrie, Dienstleistung, Handel und dem öffentlichen Bereich.

«Die Schweizer Unternehmen haben trotz der Corona-Krise ihr Selbstbewusstsein nicht verloren und sind sich ihrer Stärken weiterhin bewusst. Die für Wandlungsfähigkeit notwendige pragmatische und umsetzungsorientierte Kultur ist in der Schweizer Wirtschaft stark verankert», fasst Jürg Hodel, Co-Geschäftsführer der Staufen Inova AG, das zentrale Ergebnis der Studie zusammen. «Die Zuversicht hat sicherlich auch mit den schnellen und konsequenten Reaktionen auf die Pandemie zu tun. Die Haltung ist: Wir stehen zwar vor mächtigen Herausforderungen, aber wir werden sie bewältigen.»

 

Herausforderungen: Unstrukturiertes Vorgehen, mangelhafte Prozesse, fehlende Kompetenzen

Der souveräne Auftritt kann allerdings die bestehenden Unsicherheiten nicht komplett verbergen. So gehen zwar die allermeisten der für die Studie befragten Unternehmen den Wandel strategisch an. Aber nur jedes zweite Unternehmen glaubt an einen fundamentalen Wandel durch die Strategie und lediglich jedes vierte setzt die Strategie umfassend um. Zudem räumen 14 Prozent selbstkritisch ein, dass ihre Pläne zu kurz greifen. Ein knappes Drittel klagt darüber hinaus über unstrukturiertes Vorgehen, mangelhafte Prozesse, fehlende Kompetenzen bei Führungskräften und Mitarbeitern sowie über Manager, die sich gegen Veränderungen wehren und oft gegenseitig blockieren.

 

Disruption sorgt für starken Veränderungsdruck

Den Firmenlenkern ist klar, dass sie sich verändern müssen. In jedem zweiten Unternehmen sind einzelne Produkte oder Dienstleistungen im Portfolio von Disruption bedroht. Dass zusätzlich die eigenen Geschäftsmodelle in Gefahr sind, erwartet jeder dritte Befragte. Die Folge: Drei Viertel der Unternehmen sehen sich einem starkem bis sehr starkem Veränderungsdruck ausgesetzt.

 

Bei Innovationen sind Schweizer Firmen betont vorsichtig

Ein Weg aus solchen Situationen sind Innovationen. Allerdings agieren die Schweizer Unternehmen hier betont vorsichtig. Neue Geschäftsmodelle dürfen bei vielen (71 Prozent) die bestehenden nicht gefährden und mehr als jede zweite Firma (56 Prozent) hält lieber an bewährten Technologien fest. Auffällig ist, dass es knapp der Hälfte der Unternehmen dabei an der notwendigen Geduld und Ausdauer fehlt: Sie setzen Innovationen nur dann um, wenn diese eine schnelle Rentabilität versprechen (48 Prozent).

«Viele Unternehmen verstehen unter Wandel inkrementelle Verbesserungen am Portfolio, also mehr von der gleichen Medizin», sagt Staufen Inova-Co-Geschäftsführer Hodel. «Hier ist mehr Experimentierfreude gefragt. Neue Geschäftsmodelle, neue Produkte und Services sind notwendig, um in volatilen Märkten langfristig Erfolg zu haben. Das Motto sollte lauten: Bevor andere mein Geschäftsmodell angreifen, mache ich das lieber selbst.»

Die Studie ist als E-Paper zum Download verfügbar.

 


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