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Durchstarten auf dem Arbeitsmarkt 4.0

Antworten auf neun Fragen zur neuen Arbeitswelt.
23. Juni 2020 - PD/MIG

«Durchstarten auf dem Arbeitsmarkt 4.0» heisst eine neue Publikation von Avenir Jeunesse. Thematisiert werden darin neun zeitlose Fragen, die sich viele junge Menschen vor dem Berufseinstieg stellen. Dabei wird zum einen auf Handlungsbedarf in der Politik und bei den Arbeitgebern hingewiesen, zum anderen soll beim jüngeren Publikum aber auch die Selbstverantwortung stimuliert und das Bewusstsein geschärft werden, dass gewisse Zielkonflikte immer bleiben.

Fragen zu Praktika, Lohnentwicklungen, Vorsorgeaspekten sowie zu weiteren diversen Themenfeldern werden beleuchtet. Ziel ist es, Informationen zugänglich zu machen und neben Anpassungsbedarf auch Handlungsempfehlungen aufzuzeigen. Wichtig ist aber auch dem Leser näherzubringen, dass gewisse Zielkonflikte bleiben: Will man zum Beispiel flexiblere Arbeitszeiten, muss man allenfalls in Kauf nehmen, dass sich Beruf und Privates stärker vermischen als in der Vergangenheit. Steht die Sinnsuche an oberster Stelle, wird man eventuell mit Lohneinbussen rechnen müssen. Würde die Flexibilität des Schweizer Arbeitsmarkts zu sehr eingeschränkt, wäre die hohe Beschäftigungsrate gefährdet.

 

Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt

In der Schweiz werden nicht alle Branchen und Qualifikationen in gleichem Masse angestrebt. Der Arbeitsmarkt braucht vor allem Menschen, die in der Lage sind, Güter zu produzieren oder Dienstleistungen anzubieten, für die eine hohe Nachfrage besteht.

Das Ausbildungssystem reagiert jedoch nicht ausreichend auf die nachfragegesteuerten Impulse des Arbeitsmarktes. Das Beispiel der «Mint-Berufe» (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist in dieser Hinsicht aufschlussreich. Der technologische Fortschritt deutet darauf hin, dass viele neue Arbeitsplätze im digitalen Sektor geschaffen werden. Die Zahl der Studierenden in diesen Bereichen sollte daher steigen. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Die Bedeutung der ersten Berufswahl dürfe jedoch nicht dazu führen, dass wir die Aus- und Weiterbildung aus den Augen verlieren, so die Autoren. In unserer «Wissensgesellschaft» sei es von zentraler Bedeutung, dem Neuen gegenüber offen zu bleiben und ein Leben lang zu lernen. Heute gibt es ein äusserst reichhaltiges Angebot an Zertifizierungen, sowohl online als auch offline. Der nationale und internationale Wettbewerb ermöglicht es, neue Ideen zu entwickeln und zu testen. Mit diesen Möglichkeiten und in einer Zeit, in der Karrieren nicht mehr linear verlaufen, kann jede Sackgasse früher oder später zu einem Scheideweg werden.

 

Was können junge Menschen selbst beitragen?

Soziale und technologische Entwicklungen bringen viele Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt mit sich. Während Politik und Wirtschaft in der Pflicht stehen, Lösungen anzubieten, um beispielsweise die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zu verbessern, die Gleichstellung zu fördern oder neue Berufs- und Arbeitsformen besser zu berücksichtigen, können junge Menschen den Arbeitsmarkt 4.0 mitgestalten und ihren Beitrag dazu leisten. Die Autoren der Avenir Suisse-Studie geben dazu einige Empfehlungen.

 

Sorgfältige Auswahl der Ausbildung: Bevor man sich voreilig für einen Ausbildungskurs entscheidet, sei es notwendig, eine vollständige Beurteilung der Situation mit guten Auswahlkriterien vorzunehmen. Zusätzlich zu den persönlichen Interessen und Fähigkeiten sollten junge Menschen sich frühzeitig überlegen, wo und in welchem Umfeld sie in Zukunft arbeiten möchten. Es ist auch wichtig, über persönliche Karriereaussichten nach dem Studium nachzudenken, da das Risiko der Arbeitslosigkeit und die Gehaltsentwicklung ebenfalls wichtige Aspekte sind, die es zu berücksichtigen gilt.

Bedarf an Praktika definieren: Laut Umfragen wird der Mangel an Berufserfahrung als grösstes Hindernis für den Eintritt in den Arbeitsmarkt angesehen. Um dies zu überwinden, sei es sinnvoll, erste Arbeitserfahrungen durch Praktika zu sammeln. «Es ist besser, von Anfang an zu überlegen, in welchem Bereich und zu welchem Zeitpunkt das Praktikum am besten geeignet ist.», empfehlen die Autoren.

Weiterbildung: In einer sich schnell verändernden Arbeitswelt ist es wichtig, Kenntnisse und Fähigkeiten so aktuell wie möglich zu halten. Also, nicht darauf warten, dass der Arbeitgeber einen auffordert, neue Fähigkeiten zu erwerben. Dank Online-Kursen, verschiedenen Workshops und unzähligen Weiterbildungsangeboten wird lebenslanges Lernen erleichtert.

Neugierig bleiben: Wenn es um den Erwerb neuer Fähigkeiten geht, ist Eigenverantwortung unerlässlich. Niemand kann Menschen zwingen, auf der Höhe der Zeit zu sein, flexibel, offen für Neues zu sein, das Studium fortzusetzen, wann immer es möglich ist usw. Dennoch ist dies eine der besten Voraussetzungen, um sich auf die neue Arbeitswelt vorzubereiten.


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