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Interaktiv lernen – Betriebliche Bildung auf «online» umstellen

Mit der der Corona-Pandemie sind Unternehmen gefordert, die betriebliche Aus- und Weiterbildung auf neuen Wegen sicherzustellen – zum Beispiel mit der Entwicklung von Telelearning-Angeboten in online Webmeetings.
24. März 2020 Michaela Geiger

Dr. Christoph Meier, Geschäftsführer des swiss competence centre for innovations in learning (scil) am Institut für Wirtschaftspädagogik der Hochschule St. Gallen, skizziert in einem aktuellen Online-Beitrag zum Thema «Von der Präsenzlehre zum Teleteaching – Schritt für Schritt» verschiedene Szenarien für synchrones Teleteaching / Telelearning in online Webmeetings.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch Möglichkeiten, Lernprozesse über Lernplattformen und dort hinterlegte Materialien für das Selbststudium anzuleiten. Und natürlich auch die Kombination verschiedener Modalitäten im Sinne eines Blended Learning. «Welchen Weg man diesbezüglich einschlägt, hängt stark von den Vorerfahrungen und den Rahmenbedingungen (technische Infrastrukturen etc.) ab…», so Meier.

 

Eigene Praxis als Ausgangspunkt

Das scil führt seit fast zehn Jahren kurze Sitzungen via Webmeeting durch, seit knapp drei Jahren auch halbtägige Lehrveranstaltungen und seit kurzem auch ganztägige Lehrveranstaltungen. «Wir nutzen dabei Zoom als Webmeetingplattform. Es gibt auch andere Plattformen (Webex, Skype, Adobe Connect, etc.). Wir arbeiten gerne mit Zoom weil diese Plattform…

  • …eine gute Performance bei Voice-over-IP Audio bietet (Adobe Connect weist hier aus unserer Erfahrung deutlichere Signalverzögerungen auf);
  • …die Arbeit in verteilten, parallelen Gruppen gut unterstützt (sogenannte breakout groups – soweit ich weiss, ist dies mit Webex und Skype nicht möglich).»

 

Vom Überlebensmodus zur starken Lernumgebung

Eine Übersicht über geeignete Szenarien bietet das im scil-Beitrag vorgestellte Online-Dokument. Die Abfolge der Szenarien entspricht in etwa den Anforderungen an die Beteiligten im Hinblick auf die Sicherheit im Umgang mit einer Webmeeting-Plattform.

Folgende Schritte sind dabei essenziell:

  1. Arbeitsfähigkeit herstellen und dabei auf eine gute Tonqualität achten.
  2. Kontakt herstellen / sichern & die nächsten Tage koordinieren
  3. Wissensvermittlung über Kurzlektionen
  4. Wissensvermittlung über Online-Konferenzen – es können beispielsweise Gastexperten zum Webmeeting eingeladen werden, die dort einen Kurzvortrag beisteuern.
  5. Vertiefung von Inhalten – Webmeeting-Plattformen bieten in der Regel auch Funktionalitäten wie Chat oder Abstimmungen. Diese können dafür genutzt werden, um die Lernenden mit Reflexionsfragen zu konfrontieren, zu denen sie Stellung nehmen müssen.

  6. (Angeleitete) Erarbeitung von Inhalten durch die Teilnehmenden – zum Beispiel über parallelen Arbeitsgruppen (breakout groups)

  7. Moderation von Kurs-Sitzungen in verteilten Rollen

 

«Es braucht aktivierende Herausforderungen und soziale Interaktion»

Aus Sicht von Dr. Christoph Meier bietet das Konzept «Starke Lernumgebung» eine gute Orientierung dazu, wie nachhaltig wirksame Lernumgebungen gestaltet werden können. Dies gilt unabhängig davon, ob diese in Ko-Präsenz, als Blended Learning oder in Form von synchronem Teleteaching / Telelearning umgesetzt werden. Meier betont: «Es braucht Orientierung für die Teilnehmenden und Hinweise zu Erwartungen und Regeln; aktivierende Herausforderungen ebenso wie soziale Interaktion, gut gemachte Lernmedien und Wissensstrukturen und Feedback; es ist gut, wenn die Lernenden auch im Lernprozess eigene Entscheidungen treffen können (Autonomie) und sie ihre eigene Kompetenz bzw. den eigenen Kompetenzzuwachs erleben können; und darüber hinaus sind Anwendungsbezug und Gelegenheiten zur Reflexion des eigenen Lernens bzw. Handelns wichtig.»

 

Das scil bietet Webinare zum Thema «Von der Präsenzlehre zum interaktiven Teleteaching» an. Mehr Informationen

 


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