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Besser vernetzen in der nationalen Community

Emilie Vetter, Head Of Recruitment @ Beekeeper ist seit März 2018 Vorstandsmitglied im HR Swiss. Ihr Anliegen in diesem Gremium ist es, Ideen und Impulse zu teilen, wie eine nationale Community sich besser vernetzen und HR Swiss als Plattform aktiv nutzen kann, um Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren, wie sich HR modernisieren kann und Strategien für die Arbeit der Zukunft zu entwickeln. Ein Porträt.
12. März 2019 Michaela Geiger

«Ein viersprachiges Land! Mal schauen, wie das in der Schweiz läuft», wollte Emilie Vetter vor zwölf Jahren wissen, als sie nach ihrem Doppelstudium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Frankreich und Deutschland ein Jobangebot als Beauftragte für die Sprach- und Kulturkooperation in der französischen Botschaft in Bern annahm. «Ich habe mich nach dieser Erfahrung entschieden, mein Aufenthalt in der Schweiz zu verlängern, und jetzt bin ich immer noch da», sagt die Französin, die bald den Schweizer Pass haben wird.

Im HR-Beruf ist Emilie Vetter Quereinsteigerin: «Mein Ziel war ursprünglich, als Geisteswissenschaftlerin mehr zu erfahren über die Arbeit in der Privatwirtschaft», sagt sie. Die Wahl fiel auf die Personalberatung Conciliat, die als Teil von Careerplus spezialisiert ist auf die Vermittlung von HR-Fachleuten. «Teils waren drei, vier Kandidaten-Interviews am Tag zu führen und es gab viele Treffen mit HR-Verantwortlichen. So habe ich bei dieser Tätigkeit sehr viel über HR und die Anforderungen dieses Berufs gelernt», erzählt sie. Über sich selbst sagt sie: «Ich bin jemand, der sich immer wieder Herausforderungen sucht und Neues lernen will.». Beim Arbeitgeber Accenture in Zürich erfuhr sie alles Wichtige über den Employer Lifecycle vom 1. Tag bis zum Austritt inklusive sämtlicher HR-Prozesse und Compliance, Offshoring- und Transformations-Projekten.

Eine Auszeit 2013 nutzte sie für ein Studium des HR Managements in Nordamerika. Der Blick von aussen schärfte auch ihre Wahrnehmung, wie stark sich die Rolle von HR verändert. «Prozesse werden zunehmend automatisiert. HR muss näher am Business arbeiten und dort echten Mehrwert generieren.» Zum Beispiel in der Rolle eines Business Partners mit vertieftem Know-how zum Human Capital. Emilie Vetter konzentrierte sich fortan auf Talent Management und Talent Akquisition. «Mit der Digitalisierung kommen viele neue Herausforderungen auf Unternehmen zu; daher ist es besonders wichtig, die richtigen Talente mit passenden Kompetenzen zu erreichen.»

Bei der Zurich Versicherung war sie für das Recruiting von globalen Talenten zuständig. Sie arbeitete dabei eng mit der Linie zusammen und kooperierte mit allen HR Center Of Expertise wie Compensation, Global Mobility, Payroll und HR Business Partners: „Heute ist die Zusammenarbeit zwischen den HR-Spezialisten sehr wichtig, weil sich die HR-Funktion in einen strategischen Bereich entwickelt hat, der immer mehr unterschiedliche Kompetenzen steuert und mithilft, die Ziele der Firma zu verwirklichen.“

Seit kurzem arbeitet Emilie Vetter als Global Head Of Recruiting beim jungen Unternehmen Beekeeper, das spezialisiert ist auf Softwareangebote für Interne Kommunikation. «Gerade in einer digitalen Wirtschaft mit schnellen, disruptiven Veränderungen ist es erforderlich, dass Mitarbeitende verstehen, welche Rolle sie einnehmen und wohin ihre Firma steuert», sagt sie. Interne und externe Kommunikation helfen, dies zu vermitteln. Transparenz und authentische «Insights» seien dabei wichtig, weil jüngere Bewerbende stark darauf achteten, ob eine Firma mit Vision, Mission, und Performance zu ihren eigenen Karrierezielen passe. Eine enge Kooperation mit Marketing und Public Relations-Fachleuten sei daher erforderlich.

In der Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement (ZGP) ist Emilie Vetter seit 2009 Mitglied. Sie hat auch das Mentorship-Programm der young@zgp durchlaufen und fand es «sehr hilfreich und bereichernd», sich mit einer erfahrenen HR-Person über berufliche Anliegen auszutauschen. «Ein starkes Netzwerk mit lokalen und internationalen HR-Fachleuten war für mich – vom Ausland kommend – vor allem am Anfang meiner Beruflaufbahn wichtig», sagt sie.

Seit März 2018 ist sie auch Mitglied des Vorstands der Schweizer Dachorganisation HR Swiss. Ihr Anliegen in diesem Gremium ist es, Ideen und Impulse zu teilen, wie eine nationale Community sich besser vernetzen und HR Swiss als Plattform aktiv nutzen kann, um Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren, wie sich HR modernisieren kann und Strategien für die Arbeit der Zukunft zu entwickeln. Geht eine solche Tätigkeit nebenher zum Full-time-Job? Emilie Vetter: «Ohne eine echte Begeisterung für die Sache ist das nicht zu machen.»


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