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HR profiliert sich für neue Aufgaben

Mit agilen Arbeitsformen und veränderten Organisationsstrukturen entwickeln sich auch Berufsbezeichnungen weiter – auch im HR. Hinter exotisch klingenden Jobtiteln steckt mehr als eine Wellbeing-Strategie für Mitarbeitende.
15. März 2019 Michaela Geiger

Ausgefallene Jobtitel wie «Chief Happiness Officer» oder «Feelgood-Manager» neben «Data Wrangler» und «Legal Ninja» sind seit einiger Zeit in Stellenbörsen zu lesen. Auch Positionen wie «Chief Experience Officer» oder «Chief Transformation Officer» sind keine Seltenheit mehr. Verwundert reibt sich mancher die Augen, was Unternehmen heute alles tun, um begehrte, jüngere Spitzenkräfte an Bord zu holen. Erst waren es hippe Start-ups mit Digital Native Managern und ohne richtige HR-Strukturen, die sich mit phantasievollen Berufsbezeichnungen schmückten. Inzwischen ist der Transfer in etablierte Unternehmen gelungen.

Die veränderten Berufsbezeichnungen sind ein Hinweis auf sich ändernde Strategien von Unternehmen in einem zunehmend disruptiven und digitalem Umfeld, beobachtet das Personalberatungsunternehmen Korn Ferry. Auch sollen jüngere Professionals, die nicht mit der bisherigen Hierarchiewelt in Organisationen vertraut sind, keinen Karriereplan nach Schema F im Kopf haben, sondern sich an eigenen Vorstellung von Sinn und Rolle in der Arbeitswelt orientieren, angesprochen werden. So sind z.B. «Legal Ninjas» die neue Generation von Rechtsbeistand. Und bei der Feelgood- oder Happiness-Philosophie geht es nicht um mehr Spass für Mitarbeitende, sondern um Performance, Teamwork und soziale Kompetenz.

Auch in HR-Ressorts hat sich hinsichtlich der Jobtitel einiges verändert. Mit dem Modell von Dave Ulrich und der zunehmenden Internationalisierung wurde die Personalarbeit neu organisiert und es gab auch zahlreiche neue Berufsbezeichnungen, die die Differenzierung der Tätigkeiten und auch den Rang des Stelleninhabers verdeutlichten. Senior HR Business Partner, Head of Compensation and Benefits, Vice President Talent Acquisition sind einige Beispiele. Oder Head of Employer Branding, Head of Transformation, Specialist for Inclusion & Diversity and Employee Engagement. Die HR-Welt ist also vielseitiger geworden und ist dabei, sich für neue Aufgaben zu profilieren, die in agilen Betriebssystemen eher gebraucht als reine Servicefunktionen.

Über künftige Aufgaben für HR, neue Formen der vernetzten Zusammenarbeit und des Lernens als eine Antwort auf die Herausforderungen der Digitalisierung berichtet Persorama in Heft 01-2019. Schwerpunktthema ist «Social Collaboration». Parallel zur Veränderung der Organisationsstrukturen und Aufgaben haben sich bereits neue Berufsbezeichnungen herausgebildet, die den kollaborativen Ansatz sichtbar machen.

 

 

 

 

 


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