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50plus Fachkräfte werden gebraucht

Zum fünften Mal hat in Bern die Nationale Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende stattgefunden. Im Mittelpunkt stand das Thema «Wiedereingliederung und soziale Absicherung».
03. Mai 2019 - PD/MIG

Wie bereits in den früheren Jahren waren sich die Vertreter von Bund, Kantonen und Sozialpartnern einig darin, dass ältere Arbeitnehmende einen wichtigen Beitrag zur Deckung der wachsenden Fachkräftenachfrage in der Schweiz leisten.

Das Ziel der nationalen Konferenzen zum Thema ältere Arbeitnehmende ist eine möglichst optimale Erwerbsintegration älterer Arbeitnehmender in den Schweizer Arbeitsmarkt. Dadurch soll das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit bei älteren Arbeitnehmenden reduziert werden.  Ein Blick auf die fünf Konferenzen zeigt, dass Erfolge erzielt wurden: So wurde beispielsweise in das Leitbild «Berufsbildung 2030» die Forderung aufgenommen, dass die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung künftig als Anlaufstelle in allen beruflichen Veränderungssituationen von Erwachsenen dienen soll, gerade auch für ältere Arbeitnehmende.

Die Schweiz befindet sich in punkto Integration von älteren Personen im Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich in einer guten Ausgangslage. In einem Quervergleich mit OECD-Staaten weist die Schweiz bei den 55- bis 64-Jährigen mit 71 Prozent eine der höchsten Erwerbstätigenquoten auf. Nur Norwegen und Schweden erreichen leicht höhere Werte. Die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen konnte in den letzten beiden Jahrzehnten in der Schweiz stark ausgebaut werden. Vor 20 Jahren lag die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe noch bei 62 Prozent.

An der diesjährigen Konferenz diskutierten Vertreter des Bundes und der Kantone sowie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), von Travail.Suisse, des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV) und des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) in Bern unter der Leitung von Bundesrat Guy Parmelin erneut auch grundsätzlich die Situation der älteren Arbeitnehmenden in der Schweiz. Dabei fiel die Beurteilung der Lage der Teilnehmenden erneut unterschiedlich aus.

Der Wirtschafts- und Bildungsminister betonte, der Schweizer Arbeitsmarkt sei auf ältere Arbeitnehmende angewiesen. Angesichts der demografischen Entwicklungen und des Fachkräftemangels stellten sie ein wichtiges Segment an Arbeitskräften dar.   Er verwies dabei auch auf das Treffen mit den Organisationen 50+, das am 1. April stattgefunden hatte.  

Ein besonderes Augenmerk wurde an der fünften Konferenz auf die Wiedereingliederung und soziale Absicherung gelegt. Dies war einer der Aufträge, der an der vierten Konferenz erteilt worden war. Diskutiert wurde dabei das vom Staatssekretariat für Wirtschaft verfasste Arbeitsdokument zur sozialen Absicherung älterer Arbeitsloser. Ebenfalls Thema war die Bestandesaufnahme aller arbeitsmarktlichen Massnahmen für über 50-jährige Stellensuchende in den Kantonen. 

Mit der an der Konferenz verabschiedeten Roadmap erhalten die kantonalen Arbeitsmarktbehörden den Auftrag, zusammen mit dem SECO und unter Einbezug der Sozialpartner einen Aktionsplan zu erarbeiten, wie die Beratungs-, Wiedereingliederungs- und Vermittlungsdienstleistungen der RAV zu Gunsten der älteren Stellensuchenden gestärkt werden können. Ebenfalls thematisiert wird die Ergreifung von Massnahmen im Rahmen der Arbeitslosenhilfe, um ausgesteuerte Personen bei der Wiedereingliederung zu unterstützen.


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