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Blending-Teams – mit viel Flexibilität zum Erfolg

Wie lassen sich die Vorteile einer generationenübergreifenden Belegschaft bestmöglich nutzen?
14. Februar 2020 Michaela Geiger

Die Alterspanne der Arbeitnehmenden ist heute so gross wie nie zuvor. Vom 16-jährigen Lehrling bis zum 70-jährigen Senior Mitarbeiter sind die Bedürfnisse dieser Arbeitnehmenden sind äusserst unterschiedlich. Doch wie stellen Unternehmen und Führungspersonen sicher, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden? Und wie managt man eine Belegschaft, die zwischen 18 und 80 Jahre alt ist?

Der Eintritt der Generation Z in die Arbeitswelt und der steigende Trend vom Arbeiten bis ins hohe Alter führen dazu, dass am Arbeitsplatz von heute Personen aus bis zu fünf verschiedenen Generationen zusammentreffen. Von der stillen Generation (geb. vor 1946) und den Baby Boomer (geb. 1946 - 1964) über die Generation X (geb. zwischen 1965 und 1980), die Millennials (geb. 1981 - 1998) bis hin zum jüngsten Mitarbeiter aus der Generation Z (geb. nach 1998) arbeiten wir zunehmend mit Kollegen im Alter von 18 bis 80 Jahren zusammen. Das durchschnittliche Alter der Schweizer Erwerbstätigen beim Austritt aus dem Arbeitsmarkt lag 2018 laut Bundesstatistik bei 65,5 Jahren. Dies entspricht einem der höchsten Werte seit Beginn der 90er Jahre. Doch wie können Menschen aus so unterschiedlichen Generationen, mit unterschiedlichsten Wünschen und Bedürfnissen, in der Arbeitswelt angesprochen, belohnt und motiviert werden?

 

Vergessen Sie Stereotypen

Wir alle glauben zu wissen, dass Millenials tendenziell Job-Hopper sind, wenig loyal und immer mit Blick auf ihre nächste Rolle. Die Generation Z, mit dem Smartphone aufgewachsen, zeigt eine hohe technische Affinität, lässt Konzentration und schriftliche Fähigkeiten vermissen und kommuniziert ausschliesslich mit Emojis und Selfies. Im Gegensatz dazu sind Baby Boomer manchmal und die Silent Generation meistens überfordert mit modernster Technologie. Zudem fordert die Generation X, die nie Fehler zugeben würde, jede Art von Management heraus. Stimmt das so wirklich?

Die meisten Menschen wären wahrscheinlich wenig begeistert, würde man sie auf eine der obigen Annahmen reduzieren. Genau deswegen sind stereotype Einschätzungen ungünstig für jedes Unternehmen, weil sie die Schaffung eines integrativen Arbeitsplatzes mit kooperativen Teams verhindern.

 

Tatsächliche Unterschiede erkennen

Die Annahme, dass Menschen verschiedenen Alters unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse haben, ist hingegen angebracht. Neuere Studien deuten darauf hin, dass der Wunsch nach Autonomie mit dem Alter zunimmt. So empfinden 30 Prozent der Babyboomer, jedoch nur 19 Prozent der Generation Z Autonomie als besonders wichtig. Andere Studien zeigt, dass die Generation Z stark an zukunftsträchtigen Jobs und Beschäftigungsstabilität interessiert ist. Dies lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass diese Generation seit ihrem Eintritt in die Arbeitswelt sehr viel von neuen Technologien wie Robotik und Machine-Learning und ihrem starken, verunsichernden Einfluss auf die Arbeitswelt hört.

Auch wirtschaftliche Grossereignisse beeinflussen uns. Die Löhne der über 50-Jährigen haben sich gemäss neueren Erhebungen (fast) wieder auf dem Niveau von vor dem globalen Finanzcrash eingependelt. Die Millenials hingegen, die während der Krise 2008 in den Arbeitsmarkt eingetreten sind, leiden noch immer unter den Auswirkungen auf ihr Einkommen.

 

Das Potential nutzen

Viele Teamleiter und Personalabteilungen erleben die Führung von Teams mit vielen Generationen als sehr herausfordernd. Etwas Hilfe kann die Forschung bieten: So zeigt sich im Bereich der Personalbeschaffung, dass sich Baby Boomer und die Generation X stärker für flexibles Arbeiten interessieren, als die Generation Z, der die Weiterentwicklung wichtiger ist. Und es zeigt sich, dass komplementäre Teams mit gemischten Fähigkeiten die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teamdynamik sind, ist bekannt. Eine Studie ergab, dass 53 Prozent derjenigen, die in Multigenerationen-Teams arbeiten, glauben, viel von anderen Generationen gelernt haben.

Unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und in gemischten Teams zusammenzuführen, ist ein Weg zum Erfolg. Es ist auch der sicherste Weg, jegliches altersbedingtes Misstrauen zwischen Kollegen zu überwinden. Die besten Manager schaffen also Teams mit sich ergänzenden Perspektiven, Fähigkeiten und Fachkenntnissen und führen diese dank ihrer unterschiedlichen Sichtweisen mit viel Flexibilität zum Erfolg.

 

 

 


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