News

BNP Paribas Schweiz: Abbau von bis zu 250 Stellen geplant

Bei der Schweizer Tochter der französischen Grossbank BNP Paribas droht ein Stellenabbau. Betroffen wären 250 Mitarbeitende, vor allem in Genf, wie die Bank mitteilt.
29. November 2019 - PD/MIG

BNP Paribas, eine der grössten Auslandsbanken in der Schweiz, steht in Genf und an den anderen drei hiesigen Standorten vor einem massiven Stellenabbau. Rund 250 der derzeit 1'400 Stellen stehen zur Disposition, teilte BNP Paribas (Suisse) mit.

Die Bank hat eine Mitarbeiter-Konsultation eröffnet. Die Angestellten können bis 14. Januar 2020 Vorschläge unterbreiten, welche die Zahl der möglichen Entlassungen oder deren Auswirkungen reduzieren würden.

 

Mehrheitlich Genf betroffen

Der für die Jahre 2020 und 2021 geplante Abbau soll im Wesentlichen den Standort Genf betreffen. BNP Paribas (Suisse) betreibt auch Filialen in Zürich, Basel und Lugano.

Hintergrund der einschneidenden Massnahme: BNP Paribas sieht sich in der Schweiz wie andere Finanzinstitute vor grossen Herausforderungen: negative Zinsen, sinkende Margen, Beschleunigung der Technologieinvestitionen – und dies alles in einem Umfeld mit sehr moderatem Wachstum in Europa

 

Veränderungen nötig

Die Geschäftsmodelle hätten sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. BNP Paribas müsse nun Anpassungen vornehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Entlassungen würden alle Bereiche der Bank betreffen. Entsprechende Sozialpläne seien vorgesehen. Die Stellenkürzungen seien Teil einer umfassenderen Transformation der gesamten Groupe BNP Paribas, hiess es weiter.

 

SBPV:  Mitarbeitenden müssen über ihre Rechte informiert werden

Unterdessen kritisiert der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV das Vorgehen der BNP Paribas. Diese habe ihren Mitarbeitenden eine Massenentlassung von 250 Stellen in der Schweiz angekündigt, ohne ihr Recht auf Information und Organisation zu erwähnen – was eine gravierende Verletzung der Arbeitnehmendenrechte darstelle.

Im Gegenteil schüchtere die Bank ihre Mitarbeitenden ein, indem sie ihnen ein so genannt vertrauliches Dokument abgebe, das nicht übermittelt werden könne. Sie verletze damit das Recht der Arbeitnehmenden auf Information und Selbstorganisation, insbesondere bei der Aushandlung eines Sozialplans, schreibt der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV in einer Medienmitteilung. Der SBPV fordert die Bank auf, dies durch die Einberufung einer Mitarbeiterversammlung in Anwesenheit von SBPV-Vertretern zu korrigieren.

 

Das Recht auf Selbstorganisation zur Verteidigung der eigenen Rechte

Weder verfüge die BNP Paribas Bank über einen gewählten Personalausschuss, noch habe sie die Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB) unterzeichnet, so der SBPV weiter. Dennoch brüste sich die Bank damit, die Gewerkschaftsrechte zu achten, indem sie mit Uni Global, dem weltweiten Dachverband der Gewerkschaften, eine Vereinbarung über die Grundrechte und die soziale Verantwortung von BNP Paribas unterzeichnet habe. In der Schweiz ignoriere die BNP Paribas Bank jedoch die Arbeitsrechte und die Tradition der Sozialpartnerschaft, indem sie ihren Arbeitnehmenden nicht die Möglichkeit gebe, sich selbst zu organisieren, um im Fall von Massenentlassungen und bei der Aushandlung des Sozialplans sinnvoll in das Konsultationsverfahren einzugreifen.

Aus diesem Grund fordert der SBPV die Bank auf, eine Mitarbeiterversammlung an den verschiedenen Standorten der Bank in der Schweiz einzuberufen, um eine angemessene Information der Mitarbeitenden zu gewährleisten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu organisieren und den SBPV mit der Verteidigung ihrer Interessen zu beauftragen. In einem Prozess, der für Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, aber auch für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten werden, von entscheidender Bedeutung ist, kommt der Unterstützung durch einen erfahrenen Partner wie dem SBPV eine äusserst wichtige Rolle zu. Der SBPV fordert: «Alle Angestellten müssen in der Lage sein, in einem Klima ohne Angst und Druck weiterzuarbeiten, im Wissen, dass sie das Recht haben, sich von einem anerkannten Arbeitnehmerverband der Branche beraten und unterstützen zu lassen.»


Webdesign by Multi Digital