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Chatbot statt Karriere-Landingpage?

Chatbots im Recruiting Prozess – Wo können sie heute schon gewinnbringend eingesetzt werden? SERIE (Teil 1)
10. Februar 2020 - Sophie Hundertmark

Bei dem Wort Chatbot fürchten viele Mitarbeitende immer noch sofort um ihren Job. Andere denken, dass der persönliche menschliche Kontakt durch Chatbots verloren geht. Wenn aber die kleinen digitalen Assistenten geschickt und gut durchdacht eingesetzt werden, dann führen sie eher zur Effizienzsteigerung und Mitarbeitendezufriedenheit.

In einer Serie von vier Artikeln soll aufgezeigt werden, wie vor allem Personalmanager Chatbots erfolgreich einsetzen können und damit ihr Employer Branding, die Effizienz im Bewerbungsprozess und die Mitarbeitendezufriedenheit- und Bildung steigern können.

Im ersten Artikel wird die klassische Customer Journey eines Bewerbers von der Stellensuche bis zur Einstellung betrachtet. Dabei werden genau die Touchpoint betrachtet, wo Chatbots am sinnvollsten eingesetzt werden können.

 

Chatbot als Beziehungsmanager

Fast jedes Unternehmen besitzt eine Landingpage mit dem Titel «Offene Stellen». In der Regel befinden sich hier ein paar Bilder von glücklichen Mitarbeitenden oder ein Imagefilm des Unternehmens. Darunter folgen die derzeitig offenen Stellen. Je nach Grösse des Unternehmens können die offenen Stellen mit einer Filterfunktion gesucht werden.

Doch wie wäre es, wenn diese Seite durch einen Chatbot ersetzt wird? Analysen zeigen, dass Chatbots sehr gut Emotionen transportieren können und ihre Zielgruppen in vielen Fällen eine Art Beziehung mit dem Bot aufbauen. Nicht umsonst sagt jeder zweite Chatbot-Nutzer «Danke» zu dem Bot. Ein Chatbot, der wie ein freundlicher Kollege Stellen-Interessierte anspricht, sobald sie auf die Landingpage «Karriere» kommen.

Der Chatbot stellt sich zwar als Roboter vor, verkörpert aber die Persönlichkeit, wie ein Kollege des Unternehmens. User haben dann die Möglichkeit sich beim Chatbot entweder über die Unternehmenskultur zu informieren oder direkt zu den möglichen offenen Stellen. Anschliessend können Bewerber entweder weitere Informationen zu den Stellenbeschreibungen oder zum Unternehmen anfordern.

Ein solcher Chatbot lässt sich technisch gesehen bei den meisten Unternehmen sehr einfach umsetzten. Diese Art von Chatbots arbeitet meist noch sehr regelbasiert, sodass keine Kompetenzen der aus dem Bereich «Künstliche Intelligenz» benötigt werden. Die Dialoge werden im Voraus vorgegeben und der Nutzer wird nur noch durch ein vordefiniertes Gespräch, meist unter der Verwendung von Schnell-Antwort-Buttons geführt.

Viel wichtiger ist bei dieser Art von Chatbots das Definieren der richtigen Chatbot Persönlichkeit. Der Chatbot soll hier das Unternehmen repräsentieren und potenzielle neue Mitarbeitende motivieren, sich zu bewerben. Es empfiehlt sich hier eine genaue Zielgruppen-Definition beispielsweise durch eine Persona-Übung zu machen und diese anschliessend als Basis für die Chatbot-Persona zu nutzen.

Im Gegensatz zur klassischen Karriere-Landingpage heben sich Unternehmen mit einem Chatbot als heben sich Unternehmen mit einem Chatbot als Kollegen von der grossen Masse ab und gelten derzeitig noch als innovativ. Weiter ist es für die meisten Stelleninteressierten viel einfacher sich eine Unternehmenskultur vorzustellen, wenn sie direkt mit ihr interagieren können, hier in Form eines Dialoges mit dem Chatbot, anstatt wenn Sie die Informationen nur einseitig lesen oder hören.

 

Die Autorin:

Sophie Hundertmark gehört zu den ersten Masterstudentinnen in der Schweiz, die zu Chatbots geforscht haben und hat sogar den Best Paper Award an der IWW Internet Conference 2018 in Portugal gewonnen. Heute ist sie selbstständige Beraterin für die strategische Begleitung sowie Umsetzung von Chatbot-Projekten.

Zudem ist Sophie Gründerin von ai-zurich und unterstützt damit die AI for Business Community in Zürich und im Raum DACH. Mit ai-zurich organisiert Sophie regelmässige Meetups und Konferenzen zum Thema AI for Business. (www.hundertmark.ch)


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