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Corona-Massnahmen beeinträchtigen die berufliche Grundbildung

Die Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die berufliche Grundbildung. Das zeigen erste Ergebnisse des Forschungsprojekts «LehrstellenPuls».
11. Mai 2020 Michaela Geiger

Das Forschungsprojekt «LehrstellenPuls» identifiziert die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Berufslehren, Lehrbetriebe und Jugendlichen in den Schweiz. Während eines Jahres erhebt die Lehrstellen-Plattform yousty.ch in Kooperation mit der Professur für Bildungssysteme der ETH Zürich Daten zur Lehrstellensituation in der Schweiz. Zu Beginn jedes Monats werden die neusten Resultate publiziert und dienen der Entscheidungsgrundlage für Lehrbetriebe, Berufsverbände, Kantone und Bund.

Erste Ergebnisse zeigen, dass während des Lockdowns ein Drittel der aktiven Berufslernenden den betrieblichen Teil der Ausbildung nicht oder in veränderter Form ausführen muss. Weiterführende Informationen, Faktenblätter und Grafiken finden Interessierte auf der Website LehrstellenPuls.

In der Schweiz absolvieren rund zwei Drittel aller Jugendlichen eine Berufslehre. Die Lehrbetriebe – und damit auch die aktuellen und zukünftigen Berufslernenden – können unterschiedlich von der Corona-19-Pandemie betroffen sein. Diese Betroffenheit variiert insbesondere nach Wirtschaftssektor, aber auch nach Region und Ausbildungsberufe.

Die Steuergruppe Berufsbildung 2030 hat die Lehrbetriebe aufgrund ihrer Betroffenheit in die folgenden drei Kategorien eingeteilt:

Branchen, in denen die Arbeit aufrechterhalten wird

Diese Lehrbetriebe sind verpflichtet, die vom Bundesrat verordneten Massnahmen auch für die Berufslernenden zu gewährleisten. Wenn dies nicht möglich ist, sollten die Berufslernenden anderweitig beschäftigt werden (zum Beispiel mit Lernaufträgen), in eine andere Abteilung wechseln oder sogar nach Hause geschickt werden.

Branchen, in denen nicht mehr gearbeitet wird

Berufslernende, deren Lehrbetriebe (vorübergehend) geschlossen werden mussten, haben weiterhin die Schulpflicht zu erfüllen. Die Berufsfachschulen sind aufgefordert, für diese Lernenden digitale Lernangebote für die betriebspraktische Ausbildung bereitzustellen, sofern dies möglich ist.

Lehrwerkstätten, Praktikumsbetriebe und ÜK-Zentren

Lehrwerkstätten werden geschlossen und sind aufgefordert, den Unterricht weitestgehend anhand von digitalen Lernangeboten zu erteilen. Für Betriebe, die Praktikumsplätze anbieten, gelten die Regeln der jeweiligen Branchenkategorie. Der Unterricht in den überbetrieblichen Kurszentren (ÜK-Zentren) findet nur statt, wenn er als Fernunterricht angeboten werden kann (z.B. im Dienstleistungssektor).

 

Die Verbundpartner der Berufsbildung (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) haben sich unter Federführung des Steuergremiums «Berufsbildung 2030» auf ein gemeinsames, nationales Vorgehen mit Hauptfokus auf die berufliche Grundbildung geeinigt. Das Steuergremium informiert die Akteure der Berufsbildung fortlaufend über gemeinsame nationale Massnahmen und Beschlüsse.
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