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Covid-19: Mit gemischen Gefühlen zurück ins Büro

Eine internationale Umfrage zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitswelt deutet darauf hin, dass Arbeitgeber künftig die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden nach Gesundheit, Wohlbefinden und Fürsorgepflichten in den Vordergrund stellen müssen.
13. November 2020 - PD/MIG

Viele Mitarbeitende sind der Überzeugung, dass die aktuelle Gesundheitskrise das Ende der fixen Arbeitszeit im Büro bedeutet und wünschen sich ein hybrides Arbeitsmodell, das bürobasiertes und mobiles Arbeiten verbindet. Dies hat eine internationale Umfrage der Manpower Group ergeben. Trotz weit verbreiteter Sorge hinsichtlich der Rückkehr an den Arbeitsplatz, gibt es Unterschiede: So freuen sich Mitarbeitende der Generation X und Z häufiger aufs Büro, während sich Millennials deswegen von allen Generationen am meisten Sorgen machen. Männer sehen der Rückkehr gelassener entgegen als Frauen. Die Umfrage deutet darauf hin, dass Arbeitgeber künftig die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden nach Gesundheit, Wohlbefinden und Fürsorgepflichten in den Vordergrund stellen müssen. Vertrauen in den Arbeitgeber und menschliche Fähigkeiten sind wichtiger denn je.

Die Befragung von mehr als 8’000 Mitarbeitenden in acht Ländern zeigt, dass es, unabhängig vom Land, drei zentrale Bedürfnisse für die neue Normalität in Bezug auf die Arbeitswelt gibt: 

  • Autonomie und Flexibilität in Bezug auf Präsenzzeit am Arbeitsplatz und im Homeoffice,
  • Angebote für virtuelles, auf die Bedürfnisse abgestimmtes Lernen, damit der Fähigkeitsmix den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entspricht, sowie
  • der Wunsch nach einer langfristigen Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – 80% wünschen sich dies explizit. Rund die Hälfte der Vollzeitangestellten (48%) sind überzeugt, dass dies auch möglich sein wird; bei den Teilzeitmitarbeitenden sind es lediglich 40%. 

 

Sorge um die Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit 
«Die Umfrage zeigt, dass die Rückkehr in den Büroalltag die Mitarbeitenden auf zwei Ebenen beschäftigt: Einerseits die Sorge um ihre Gesundheit und ihre Beschäftigungssicherheit, andererseits der Wunsch nach Flexibilität, um Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren. Unternehmen werden sich dieser neuen Situation anpassen müssen», erklärt Gianni Valeri, Country Manager von Manpower Group Schweiz. «Diejenigen, die Wohlbefinden und Flexibilität in den Vordergrund stellen und gleichzeitig zeigen, wie sie in schwierigen Zeiten mit den sozialen Auswirkungen umgehen, werden am ehesten in der Lage sein, Talente anzuziehen und zu halten. So stellen sie sicher, dass die Mitarbeitenden zuversichtlich, gesund und produktiv sind.»

 

Rückkehr an den Arbeitsplatz: Je nach Alter werden Bedenken geäussert
In unsicheren Zeiten überwiegt der Wunsch nach Sicherheit: für 9 von 10 Mitarbeitende ist das Wichtigste, ihren Arbeitsplatz zu behalten. Dennoch: Ein Grossteil (94%) der Mitarbeitenden hat Bedenken, an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Dabei variieren die Gefühle je nach Alter, Geschlecht und Lebensumständen.

  • Generation Z gegenüber Millennials: Angehörige der Generation Z sind am meisten daran interessiert, an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, um sich beruflich weiterzuentwickeln und Kontakte zu knüpfen (51%). Millennials sind diesbezüglich am wenigsten positiv eingestellt (38%). Sie machen sich häufiger Sorgen um ihre Gesundheit und diejenige ihrer Familien und versuchen das Pendeln zu vermeiden. Gleichzeitig sind Millennials am wenigsten bereit, die neu gewonnene Flexibilität der Heimarbeit aufzugeben. 

 

  • Generation X gegenüber Baby-Boomer: Mitarbeitende der Generation X wollen an den Arbeitsplatz zurückkehren, um sich zu konzentrieren und abseits der Haushaltspflichten zu arbeiten. Auch die Baby-Boomer wollen zurück ins Büro, aber primär weil sie die Trennung von Arbeit und Privatleben schätzen und die persönliche Zusammenarbeit mit ihren Kollegen bevorzugen (34%).

 

  • Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Fast die Hälfte der Männer (46%) sieht der Rückkehr an den Arbeitsplatz positiv entgegen, während es bei Frauen nur gut ein Drittel (35%) ist. Sowohl Männer als auch Frauen schätzen die Tatsache, dass sie nicht pendeln müssen und die Flexibilität zu arbeiten, wann es passt, zu den grössten Vorteilen der Heimarbeit.

 

  • Arbeitstätige Eltern: Väter führen die Zeit, die sie mit ihrer Familie verbringen, als einen der Hauptvorteile des Homeoffice auf. Frauen haben ein negativeres Gefühl, wenn es darum geht, wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren, wobei die Besorgnis umso grösser ist, je jünger die Kinder sind.

 

Vertrauen in den Arbeitgeber ist wichtiger denn je

Mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz wollen Mitarbeitende die Gewissheit haben, dass ihr Arbeitgeber ihre Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden an erste Stelle stellt. Vertrauen und Transparenz gewinnen weiter an Bedeutung. Feedback-Kanäle, Beratung und Kommunikation sind in der aktuellen Zeit wichtige Instrumente, um Vertrauen zu schaffen. Denn obwohl viele Mitarbeitende die Flexibilität des Homeoffice schätzen, gehören auch Gefühle von Isolation, Stress und Angst zum Vermächtnis des neuen Coronavirus. Zur Vertrauensbildung gehört auch, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden ermutigen und ihnen ermöglichen, sich laufend fort- und weiterzubilden. So stellen sie sicher, dass die Mitarbeitenden beschäftigungsfähig bleiben. Denn die Fähigkeiten, die Arbeitgeber in Zukunft benötigen, werden sich von denen der Vergangenheit unterscheiden.

Die ausführlichen Studienergebnisse stehen im Internet zum Download bereit


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