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Der Chatbot als Assistent bei der Jobsuche

Chatbots im Recruitingprozess: Wie sich mit den digitalen Helfern schnell ein Überblick gewinnen lässt. SERIE (Teil 2)
17. Februar 2020 - Sophie Hundertmark

Stelleninteressierte sind meist gefordert, unzählige Stellenausschreibungen zu lesen oder sogar auszufiltern und mit einander zu vergleichen. Dabei kann es schnell vorkommen, dass Bewerber den Überblick verlieren und sich auf die falsche Stelle bewerben. Die Zahl der Bewerbungen, die bei den Recruitern eingeht, wächst immer mehr und HR-Mitarbeitende müssen immer mehr Bewerbungen lesen und daraus die passende Person auswählen.

Hier unterstützt ein Bot gern bereits bei der Suche nach der zum Kandidaten und zur Kandidatin passenden Stelle und hilft dann sogar beim Verschicken der Bewerbung.

Anstatt dass langes Durchsuchen von unzähligen Stellenausschreibungen erforderlich ist, werden Stellensuchende von einem Chatbot nach Ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Präferenzen gefragt. Anschliessend schlägt der Bot die passenden offenen Stellen vor. Bewerbende haben dann erneut die Chance, Fragen zu den einzelnen Ausschreibungen und zum Unternehmen im Allgemeinen zu stellen. Und schlussendlich kann er oder sie sich direkt über den Chatbot bewerben, indem einfach die Unterlagen im Chatfenster hochgeladen und ein paar formale Fragen beantwortet werden.

Bewerbende bekommen also nur die Stellen angezeigt, die auch zu ihnen passen. Unternehmen erhalten daraufhin nur Bewerbungen von Interessierten, die sich auch für die Stelle eignen. Des Weiteren kann der Bot die Dokumente sogar schon durcharbeiten und alle nötigen Angaben wie Berufserfahrungen oder Abschlüsse gesammelt an die HR-Managerin weitergeben.

Diese Art von Bots ist in der technischen Umsetzung meist etwas anspruchsvoller. Die meisten dieser Bots benötigen Schnittstellen an interne Systeme. Hinzu kommt, dass regelbasierte Chatbots hier schnell an ihre Grenzen kommen. Chatbots mit einer so genannten Natural Language Processing Komponente werden hier eher eingesetzt und dies fordert meist etwas mehr Aufwand in der Entwicklung. Es ist aber keinesfalls unmöglich, sondern benötigt lediglich etwas mehr Budget und Zeitaufwand.

Natürlich spielt auch hier die Persönlichkeit der Chatbots eine entscheidende Rolle. Keiner möchte sich bei einer Person bzw. einem Roboter bewerben, der ihm nicht sympathisch erscheint.

Tests zeigen, dass sich User bei Chatbots häufig mehr trauen als bei realen Menschen. Im Recruiting bedeutet dies, dass Bewerbende dem Chatbot möglicherweise mehr Fragen zur potenziellen neuen Stelle anvertrauen, als sie es je bei einem Mitarbeitende tun würden.

 

Die Autorin:

Sophie Hundertmark gehört zu den ersten Masterstudentinnen in der Schweiz, die zu Chatbots geforscht haben und hat sogar den Best Paper Award an der IWW Internet Conference 2018 in Portugal gewonnen. Heute ist sie selbstständige Beraterin für die strategische Begleitung sowie Umsetzung von Chatbot-Projekten.

Zudem ist Sophie Gründerin von ai-zurich und unterstützt damit die AI for Business Community in Zürich und im Raum DACH. Mit ai-zurich organisiert Sophie regelmässige Meetups und Konferenzen zum Thema AI for Business. (www.hundertmark.ch)


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