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Deutlicher Zuwachs beim Pflegepersonal

Seit 2012 hat die Zahl der im Pflegebereich tätigen Personen um 17 Prozent zugenommen. Sie wurden vor allem mit Blick auf die Versorgung der älter werdenden Bevölkerung angestellt.
26. Juni 2020 - PD/MIG

Im Jahr 2018 waren nach einer neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) mehr als 214 000 Personen im Pflegebereich von Spitälern, Pflegeheimen und Spitex tätig. Dies entspricht rund 146 700 Vollzeitäquivalenten (VZÄ).

Das Pflegepersonal umfasst diplomierte Pflegefachpersonen (48 Prozent), Pflegepersonal auf mittlerer Stufe (25 Prozent) sowie Pflegehelferinnen und Pflegehelfer (27 Prozent). Spitäler und Pflegeheime sind die beiden grössten Arbeitgeber von Pflegepersonal. Sie beschäftigen 45 Prozent bzw. 41 Prozent des gesamten Pflegepersonals. Die übrigen 14 Prozent sind bei Spitex-Diensten tätig. Auf das Pflegepersonal entfielen 146 703 VZÄ, was 3,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz entspricht.

Differenziert nach Pflegepersonal-Kategorie verzeichnete das Pflegepersonal auf mittlerer Stufe den markantesten Anstieg (+37 Prozent). Bei den diplomierten Pflegefachpersonen und den Pflegehelferinnen und Pflegehelfern fiel er indessen mit +13 Prozent bzw. +6 Prozent deutlich moderater aus. In den Spitälern war die Anzahl Stellen für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer sogar rückläufig (–7 Prozent). In den Pflegeheimen wiederum nahm die Anzahl Stellen für diplomierte Pflegefachpersonen in eher bescheidenem Mass zu (+6 Prozent).

 

Deutlicher Anstieg beim Pflegepersonal auf mittlerer Stufe

Die zwischen 2012 und 2018 registrierte starke Zunahme der Anzahl Stellen beim Pflegepersonal auf mittlerer Stufe wirkt sich auf die Zusammensetzung des Personals aus: In den Spitälern ersetzt das Pflegepersonal auf mittlerer Stufe allmählich die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer. Ihr Anteil hat sich von 10 Prozent im Jahr 2012 auf 14 Prozent im Jahr 2018 erhöht. Demgegenüber ist der Anteil der diplomierten Pflegefachpersonen nahezu unverändert bei rund 70 Prozent geblieben. In den Pflegeheimen hat das Pflegepersonal auf mittlerer Stufe anteilsmässig etwa gleich viele diplomierte Pflegefachpersonen wie Pflegehelferinnen und Pflegehelfer verdrängt.

 

Durchschnittliche Anstellungsdauer in den Pflegeheimen: sechs Jahre

Per 31. Dezember 2018 waren 81 000 Personen im Pflegebereich von Pflegeheimen tätig (60 000 VZÄ). Auf das Pflegepersonal auf mittlerer Stufe sowie die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer entfielen drei Viertel, auf die diplomierten Pflegefachpersonen ein Viertel des Pflegepersonalbestands. Die durchschnittliche Anstellungsdauer der diplomierten Pflegefachpersonen und des Pflegepersonals auf mittlerer Stufe lag bei 6,4 Jahren, diejenige der Pflegehelferinnen und Pflegehelfer bei 5,7 Jahren. Die rund 18 000 Arbeitnehmenden, die ihren Arbeitgeber im Lauf des Jahres verlassen haben, hatten ihre Stelle im Durchschnitt 2,4 Jahre weniger lang inne.

 

64 Prozent des Pflegepersonals in den Spitälern sind Schweizerinnen und Schweizer

Per 31. Dezember 2018 beschäftigten die Spitäler 86 600 Personen im Pflegebereich, was 66 400 VZÄ entspricht. Das Pflegepersonal umfasste in erster Linie diplomierte Pflegefachpersonen (71 Prozent), gefolgt von Pflegepersonal auf mittlerer Stufe (14 Prozent) sowie Pflegehelferinnen und Pflegehelfer (15 Prozent). 63,7 Prozent des Pflegepersonals in den Spitälern waren Schweizerinnen und Schweizer, 12,9 Prozent deutsche, 11,9 Prozent französische und 2,9 Prozent italienische Staatsangehörige. 8,4 Prozent hatten eine andere Nationalität.

 

Tessin: Grossregion mit der höchsten Pflegepersonaldichte

Zwischen den Grossregionen der Schweiz ist die Pflegepersonaldichte relativ ausgeglichen. In der Zentral- und in der Ostschweiz kommen 16 VZÄ auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, in Zürich, dem Espace Mittelland, der Genferseeregion und der Nordwestschweiz 17 bis 18. Das Tessin schlägt mit 20,4 VZÄ pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner oben aus. Dies erklärt sich dadurch, dass die Grossregion Tessin den höchsten Anteil an älteren Menschen aufweist. Im Schweizer Durchschnitt entfallen auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner 17,3 VZÄ (2012: 15,6 VZÄ).


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