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Digitialisierung schafft mehr Jobs als sie zerstört

Wer verliert seinen Job als Nähstes an die Automatisierung und was ist zu tun, um im disruptiven Umfeld neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen? Dies sind einige der Fragen, die bei der Online-Konferenz zum neuen WEF-Bericht «Die Zukunft der Arbeit 2020» diskutiert wurden.
23. Oktober 2020 Michaela Geiger

Fakt ist: Die Corona-Pandemie hat die Veränderung der Jobs und Arbeitsmärkte nach einer Analyse des World Economic Forum beschleunigt. Auf lange Sicht gehen die Experten davon aus, dass mit der Digitalisierung und Automatisierung zwar viele Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, doch letztlich mehr Stellen geschaffen als zerstört werden.

Die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung und Digitalisierung beschleunige sich aktuell, die Schaffung neuer Arbeitsplätze habe sich dagegen verlangsamt, sagte Saadia Zahidi, Geschäftsführerin beim WEF am Mittwoch in einer Online-Konferenz zum neuen WEF-Bericht «Die Zukunft der Arbeit 2020». Nach wie vor gehe das WEF aber davon aus, dass mehr Arbeitsplätze neu entstehen als abgebaut werden. Schlüsselwort sei die Schulung von Mitarbeitenden für neue Aufgaben.

 

Dateneingabe, Buchhaltung oder Verwaltungsaufgaben übernimmt künftig der Computer

Den WEF-Analysen zufolge werden bis 2025 in mittleren und grossen Unternehmen in 26 untersuchten Ländern rund 85 Millionen Arbeitsplätze abgebaut. Typische Aufgaben, die künftig wegfallen bzw, vom Computer erledigt werden, sind Dateneingabe, Buchhaltung oder Verwaltungsaufgaben. Fast die Hälfte aller Mitarbeitenden, die ihre Jobs behalten, müssen laut WEF ihre Fachkenntnisse ausweiten.

Auf der anderen Seite rechnet das WEF damit, dass in den kommenden Jahren viele Arbeitsmöglichkeiten und neue Berufsfelder entstehen. Damit verbunden ist die Schaffung von 97 Millionen neuer Jobs, so die Schätzung der WEF-Experten. Typische Bereiche sind hier die Pflege, das Feld der Künstlichen Intelligenz, Technologie und kreative Medieninhalte.

In einer Umfrage hatten lauf WEF 80 Prozent der befragten Manager angegeben, sie wollten die Digitalisierung und Einführung neuer Technologien beschleunigen. 43 Prozent rechneten damit, dadurch Arbeitsplätze einzusparen, 34 Prozent wollten deshalb mehr Menschen beschäftigen. 41 Prozent der Befragten gaben an, sie wollten öfter Dienstleister für spezialisierte Arbeiten beauftragen. Arbeitgeber hielten es für möglich, dass 44 Prozent der Jobs künftig von zu Hause gemacht werden. An der Umfrage beteiligten sich Personalchefs und Strategiemanager aus fast 300 Firmen mit zusammen acht Millionen Beschäftigten.

Arbeitgeber wünschen sich demnach von Mitarbeitern nach wie vor kritisches Denken, Anayse- und Problemlösungsfähigkeiten sowie Empathie. Neu dazugekommen sind Widerstandsfähigkeit (Resilienz), Stress-Toleranz und Flexibilität.


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