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Feststelle für jeden zweiten Temporärarbeitenden

Über die Temporärarbeit wird kontrovers diskutiert und alle haben vermeintlich eine Meinung. Zwei repräsentative Erhebungen des gfs-zürich im Auftrag von swissstaffing bringen neue Fakten in die Debatte.
26. April 2019 - PD/MIG

Jeder zweite Temporärarbeitende auf Feststellensuche hat diese innerhalb von 24 Monaten nach Beginn seines ersten Einsatzes gefunden. Und gut die Hälfte der ehemaligen Temporärarbeitenden, die eine Feststelle haben, sind bei einem ihrer früheren Einsatzbetriebe angestellt.

Ende 2018 hat das gfs-zürich im Auftrag von swissstaffing zwei umfassende Befragungen durchgeführt: Teilgenommen haben einerseits 4153 Personen, die 2017 über einen Personaldienstleister temporär gearbeitet haben, andererseits 687 Unternehmen mit und ohne Temporärpersonal. Erste wichtige Erkenntnisse hat swissstaffing im White Paper «Temporärarbeit zwischen Arbeitsmarktintegration und Fachkräftemangel» festgehalten.



Bessere Integration

Temporärarbeit wird von Unternehmen häufig bei kurzfristigem Personalbedarf genutzt. 82 Prozent der Betriebe greifen aus diesem Grund auf Temporärarbeit zurück. Für Menschen ausserhalb des Erwerbslebens ebnet dies den Weg zurück in die Arbeitswelt.
Einerseits ist der Wettbewerb um offene Vakanzen bei einer kurzen Ausschreibungsphase geringer; andererseits sind die Hürden für eine Temporäranstellung bei 42 Prozent der Unternehmen geringer als bei einer Feststelle. «In den Betrieb integriert können
Temporärarbeitende mit ihrer Leistung und ihrer Persönlichkeit überzeugen - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt.» erklärt Myra Fischer-Rosinger, Direktorin von swissstaffing. Die Zahlen bestätigen dies: 58 Prozent der feststellensuchenden Fachkräfte und 53 Prozent der Hilfskräfte haben innerhalb von 24 Monaten nach Beginn ihres Einsatzes eine solche gefunden.



Zunehmender Fachkräftemangel

Die Kombination aus Flexibilität, Rekrutierungsknowhow und Personalmanagement sorgt für einen wachsenden Anteil qualifizierter Fachkräfte. 48 Prozent der befragten Temporärarbeitenden sind Fachkräfte. Zählt man Akademiker und Kader dazu liegt der Anteil bei 57 Prozent. Hierbei sind Personaldienstleister wertvolle Unterstützer für interne HR-Abteilungen. Aufgrund des allgemeinen Arbeitskräftemangels ist es inzwischen genauso schwierig Hilfsarbeitende (43 Prozent gemäss Befragung) zu rekrutieren.



Zukunft der Branche

Die Temporärbranche wird durch zwei Entwicklungen geprägt. Temporärunternehmen werden einerseits zu ganzheitlich agierenden Personaldienstleistern, die für Teile der Belegschaft die vollständige HR-Verantwortung übernehmen. Andererseits entstehen
Plattformen wie Coople und Adia, die selbst Kurzeinsätze von wenigen Stunden unter dem Dach der Temporärarbeit vermitteln. Damit gelingt es diesen Unternehmen, Flexibilität mit der sozialen Absicherung der Temporärarbeit zu verbinden. «Die hohen Anforderungen an eine digitale Unterschrift im Personalverleih sind eine der grössten Herausforderungen für die neuen Geschäftsmodelle» erläutert Marius Osterfeld, Ökonom von swissstaffing. «Dennoch: Die Geschäftsfelder Plattform-Arbeit und HR-Management versprechen in Zukunft grosses Wachstumspotenzial für die Temporärbranche.»

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