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Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz eröffnet

Die ETH Zürich hat ein neues Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (KI) eröffnet. Ein Kernteam von zunächst 29 Professuren, ein neuer Exekutivdirektor und ein Fellowship-Programm sollen die interdisziplinäre Forschung in dieser Schlüsseltechnologie fördern.
26. Oktober 2020 Michaela Geiger

Die Website des neuen «ETH AI Center» ist seit 20. Oktober online. «Das ETH KI-Zentrum wird durch die innovative und vertrauensbildende Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz den interdisziplinären Dialog mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft intensivieren», sagt Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung an der ETH Zürich. Das Zentrum wird auch ein Inkubator für KI-Start-ups werden und gemeinsame Forschungsprojekte mit internationalen Experten in einem Open Lab ermöglichen. Zudem wird es Teil des europäischen KI-Forschungsnetzwerks ELLIS. Vorerst hat das Zentrum die Unterstützung von 29 Professuren aus sieben Departementen, und ein eigenes Fellowship-Programm. In diesem Jahr sollen dort rund 10 bis 15 Doktorierende starten; später sollen ihre Zahl deutlich steigen.

 

Neuer Raum, neue Leitung

Das Zentrum hat seine Räumlichkeiten auf 250 Quadratmeter Fläche im Universitätsviertel bereits bezogen,;neue Büro- und Laborräume(980 Quadratmeter) sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Andreasturm in Oerlikon zur Verfügung stehen. Die Planungen der Hochschule sehen «in naher Zukunft» vor, dass die Zahl der Professoren, die im KI-Zentrum mitarbeiten, auf über 100 steigt. «Das Projekt ist auf Wachstum ausgelegt», sagte Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung an der ETH, in einer Pressekonferenz.

PD Dr. Alexander Ilic ist  der neue Exekutivdirektor des KI.Zentrums.  Der Unternehmer leitete zuletzt Magic Leap Schweiz. «Ich freue mich, dass Alexander Ilic als renommierter KI-Experte zugestimmt hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Er ist ein erfolgreicher KI-Unternehmer, kennt die akademische Welt und verfügt über ein starkes Netzwerk in der KI-Szene», sagt eAndreas Krause, Professor am Institut für Maschinelles Lernen und Vorsitzender des KI-Zentrums der ETH.

 

Kernteam mit rund 29 Professuren

Das neue Forschungszentrum setzt sich aus Kernmitgliedern, assoziierten Mitgliedern und KI-Stipendiaten zusammen. Zu den Kernmitgliedern gehören bereits 29 Professoren aus sieben Fachbereichen, die sich auf grundlegende KI-Themen wie maschinelles Lernen, Wahrnehmung und natürliches Sprachverständnis spezialisieren. Diese Mitglieder werden auch die neuen Stipendiaten des ETH-KI-Zentrums betreuen, talentierte junge KI-Wissenschaftler, die aus der ganzen Welt rekrutiert und mit einem Stipendium ausgezeichnet wurden. «So können wir Experten ausbilden, die interdisziplinäre KI-Projekte umsetzen können», sagte Günther. Das ETH-KI-Zentrum wird auch den Kontakt mit assoziierten Mitgliedern aus allen ETH-Departementen, anderen Institutionen und der Privatwirtschaft pflegen, um gemeinsame Forschungsprojekte zu realisieren.

 

Künstliche Intelligenz auf der Basis ethischer Prinzipien

Die Forschenden des ETH-KI-Zentrums wollen Werkzeuge entwickeln, die Menschen in verschiedenen Bereichen helfen, komplexe Aufgaben effizient zu lösen. Dabei ist es wichtig, dass KI-Modelle zuverlässig funktionieren und dass ihre Ergebnisse robust, erklärbar und fair sind. «Verlässlichkeit und Interpretierbarkeit sind für die KI-Forschung unerlässlich», erklärte Krause. «Diese Aspekte beziehen sich auf hochrelevante Fragen zu den sozialen Auswirkungen und zur Ethik der KI. Zuverlässige KI-Lösungen tragen dazu bei, die Akzeptanz dieser Technologie in der Öffentlichkeit zu erhöhen, insbesondere in Forschungsbereichen wie Gesundheit, Mobilität, Architektur, Energie und Klima, in denen die ETH Zürich eine ausgezeichnete Position einnimmt. «Die breite Akzeptanz ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil», betonte Krause.

 

 

 


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