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«Google for Jobs» – Online-Recruiting im Umbruch

Nach einer Testphase ist Google vergangene Woche mit der eigenen Jobsuche «Google for Jobs» im Nachbarland Deutschland gestartet – und wird auf Anhieb Marktführer in Sachen Sichtbarkeit. Wie kann das sein? Bis das Tool auch in der Schweiz angeboten wird, ist nur eine Frage der Zeit.
06. Juni 2019 Michaela Geiger

Studien zeigen, dass inzwischen mehr als 30 Prozent der Bewerbenden mit der Suche nach einer neuen Stelle bei Google starten. Die Suchmaschine leitet mit «Google for Jobs» neu nicht mehr nicht mehr auf ein Jobportal weiter, sondern zeigt dem Nutzer passende Jobangebote. Eine Auswahl an konkreten Vakanzen erscheint dann auf dem Bildschirm in einem ein extra Kästchen. Die Stellenangebote filtert Google aus verschiedenen Jobbörsen und Online-Plattformen heraus.

Mit der Lancierung von «Google for Jobs» in Deutschland Ende Mai wird der Wettkampf der Job-Plattformen um die Top-Platzierungen auf Google deutlich erschwert, schreibt der Branchendienst Meedia. Denn statt zehn seien mittlerweile nur noch neun Suchergebnisse zu sehen, wenn Google passende Jobs für Stellensuchende gefunden hat und diese in einer Jobs-Box prominent auf der ersten Seite platziert. Wie prominent, das haben Suchmaschinen-Experten von Sistrix ermittelt.

Nach Einschätzung von Sistrix möchte Google mittelfristig direkt an die Quelle und Stellenanzeigen künftig von den Firmen erhalten – und nicht über die «Zwischenhändler» der Stellenbörsen. Fazit der Experten: Google Jobs werde die Dynamik in dem Markt deutlich ändern. Stellenbörsen, die aktuell noch grösstenteils von ihrem organischen Traffic leben, werden es demnach in Zukunft schwerer haben.

Auch deutsche Verlagshäuser beobachten den neuen Job-Suchdienst von Google kritisch. Die Medienhäuser befürchten, dass es im Markt für Stelleninserate eine Verzerrung geben könnte – obwohl sich unter den deutschen Partnern, die mit Google bei der Stellensuche kooperieren, auch Verlage finden wie etwa die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» oder die Südwestdeutsche Medienholding. Die Europäische Kommission habe bereits mehrmals festgestellt, dass Google verschiedentlich seine Marktmacht missbrauche und eigene Dienste bevorzuge, mahnten der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in einer gemeinsamen Stellungnahme.

«Google for Jobs» ist seit rund zwei Jahren in den Vereinigten Staaten, Kanada und inzwischen in mehr als 90 Ländern aktiv. Die Schweiz wartet weiterhin auf das Feature. Wie rasch sich das Ganze etabliere, hänge stark von den grossen Playern im Markt ab – wie schnell diese sich technisch umstellen und strategisch dafür entscheiden, sagte Martin Lenz, Geschäftsführer des Jobbörsen-Software-Anbieters Jobiqo GmbH in Wien in einem Interview.

Was bedeutet das neue Tool für Schweizer Anbieter? Renato Profico, CEO von Job Cloud, äussert sich dazu in einem Blogbeitrag: «Welche Kooperationsmöglichkeiten es für Job Cloud mit Google geben wird, wenn das Tool auch in der Schweiz lanciert wird, ist zurzeit noch in Abklärung.»  Grundsätzlich biete das neue Tool die Möglichkeit in der Zukunft, das Angebot von Kunden noch sichtbarer und leichter auffindbar zu machen.

 

Ziel: Perfekte Job Search Experience

Die Suchmaschine Google for Jobs sieht sich als eine Erweiterung der klassischen Jobsuchmaschine. Ein Direkt-Link zu Google for Jobs existiert nicht. Ziel ist es, Bewerbenden über die Suche bei Google eine perfekte Job Search Experience zu bieten. Trotz der neuartigen Suchfunktion erhalten die Nutzer keinen umfassenden Überblick über alle Jobangeboten in ihrem Berufsfeld. Vielmehr wird dem Bewerbenen eine Auswahl von ausgeschriebenen Stellen dargeboten.  Diese können mittels Filtermöglichkeiten wie lokaler Standort, Tätigkeit, Datum oder Lohn (sofern im Jobangebot vorhanden) weiter kategorisiert werden. Nutzer können zudem eine Benachrichtigungsfunktion installieren. Eine Bewerbung ist schliesslich über die gewünschte Stellenbörse oder direkt beim Unternehmen möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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