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Home Office: Grosse Herausforderungen für Unternehmen durch Covid-19

Unternehmen weltweit reagieren auf die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Ausnahmesituation: 66 Prozent der Arbeitgeber haben eine Form von verpflichtendem Home Office eingeführt, mehr als ein Drittel sogar weltweit für alle Mitarbeitenden.
03. April 2020 - PD/MIG

Gleichzeitig sind allerdings über 80 Prozent der Unternehmen besorgt, dass die Produktivität unter der virtuellen Arbeit leidet. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Live-Survey des internationalen Beratungsunternehmens Mercer, an der seit 18. März 2020 mehr als 1600 Befragte aus Unternehmen weltweit teilgenommen haben.

 

Infrastruktur muss vorhanden sein

78 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Belegschaft vor der Covid-19- Pandemie nicht oder kaum (weniger als 25 Prozent) von ihrem Zuhause aus gearbeitet hat. In vielen Fällen sind Unternehmen daher technisch und organisatorisch nicht optimal auf weitreichende Home-Office-Massnahmen vorbereitet: Nur 36 Prozent der Unternehmen sagen, dass ihre Mitarbeitenden standardmässig mit Laptops ausgestattet sind. Alternative Ansätze, die angesichts der gegenwärtigen Krise verfolgt werden, sind u. a. die Verteilung von Laptops an Mitarbeitende, die im Büro über einen Desktop-PC arbeiten (35 Prozent), die Nutzung von privaten Computern (25 Prozent), das zeitweise Überlassen von IT-Ausrüstung aus dem Büro für das Home Office (23 Prozent) sowie die Anschaffung von neuen Laptops für die Belegschaft (15 Prozent).

Eine weitere aktuelle Befragung der Strategieberatung Oliver Wyman unter 1000 Erwerbstätigen in der Schweiz zeigt, dass 60 Prozent der Befragten ihre Arbeit nicht oder nur teilweise von zu Hause aus erledigen könnten. Und knapp die Hälfte der Befragten, die von zu Hause arbeiten könnten, findet die bestehende Infrastruktur verbesserungsfähig wenn nicht sogar unzureichend.

«Die mangelnde Infrastruktur ist ein Versäumnis, finden doch die meisten Arbeiten, wofür Home Office eher in Frage kommt, am Computer statt», sagt Nordal Cavadini, Partner und Digitalexperte bei Oliver Wyman. Der Branchenvergleich zeigt demnach, dass in der Dienstleistungsbranche (85 Prozent), in der Informatik (76 Prozent) sowie in der Finanz- und Versicherungsbranche (51 Prozent) Arbeit von zu Hause in hohem Ausmass Einzug nehmen könnte.

 

Führung und virtuelle Teams

Neben Schaffung der Infrastruktur gewinnt insbesondere die effektive Führung virtueller Teams in der gegenwärtigen Situation deutlich an Bedeutung. Gemäss der Befragung erarbeiten 40 Prozent der Unternehmen daher zusätzliche Hilfsmittel für Führungskräfte, wie z. B. Checklisten, Vorlagen und Best-Practice-Leitfaden. 31 Prozent nutzen verstärkt bestehende Trainings für virtuelle Teams, während 22 Prozent interne Kohorten bilden, in denen Praktiken und Empfehlungen geteilt werden. Dennoch sind fast ein Viertel der Befragten sehr besorgt, dass die Produktivität durch Remote-Arbeit deutlich leidet.

«Covid-19 hat Unternehmen weltweit und insbesondere auch in der Schweiz regelrecht in die Zukunft der Arbeit gezwungen. Unsere Umfrage zeigt, dass nicht alle gleichermassen darauf vorbereitet waren, Remote- und Flexible Working für ihre Mitarbeitenden umzusetzen und so auch von Zuhause und zu flexiblen Zeiten gute Arbeit zu ermöglichen» so Stephan Pieronczyk, Partner und HR-Experte bei Mercer Schweiz. «Unternehmen müssen nun handeln, um Effizienzverluste bei der virtuellen Zusammenarbeit zu vermeiden. Im Vordergund steht dabei die stärkere Vernetzung der Mitarbeitenden, auch über Technologielösungen, und ein Coaching ihrer Führungskräfte, damit diese ihre Teams virtuell effizient managen und motivieren können. Gleichzeitig spielen die mentale Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden eine wichtige Rolle, und auch hier kann eine bessere Vernetzung untereinander einen grossen Unterschied machen. Zudem könnten Employee-Assistance-Programme an Bedeutung gewinnen.»


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