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HR-Fachleute bewerten weltweit beste Universitäten

Wie gut bereiten Hochschulen die Studierenden auf die Arbeitswelt vor? Im Global University Employability Survey haben 8000 Personalmanager eine Einschätzung dazu abgegeben. Die Schweizer Universitäten haben im internationalen Vergleich gut abgeschnitten und bestätigen den positiven Trend der letzten Jahre.
10. Dezember 2019

Vor gut einem Jahrzehnt dominierten britische und US-amerikanische Hochschulen nahezu unangefochten den globalen Markt, wenn es darum ging, Studierende bestmöglich auf die Berufswelt und den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Die Liste der 150 besten Universitäten wird zunehmend internationaler. Der Global University Employability Survey zeigt jedoch auch, dass US-amerikanische Institutionen in der Rangliste weiterhin die Topplätze belegen.

 

Soft-Skills werden wichtiger

Das französische Personalberatungsunternehmen Emerging hat die Studie in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Trendence durchgeführt, veröffentlich wurde das Ergebnis von Times Higher Education. Hierfür wurden 8000 operative und internationale Personalmanager grosser Unternehmen sowie 3300 Personalvermittler zur «Employability» von Absolventen befragt. Bewertet wurde, wie gut die Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind – nicht nur gemessen am Fachwissen, sondern auch an ihren Soft Skills.

 

ETH Zürich erreicht zwölften Platz

Die Top 5 der Liste hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Weiterhin belegt die Harvard University den Platz an der Spitze, gefolgt vom California Institute of Technology (Caltech). Auf den Plätzen drei bis fünf rangieren das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die University of Cambridge und die Stanford University.

Einige Universitäten ausserhalb der USA und Grossbritanniens schneiden aber ebenfalls sehr gut ab: So erreicht die Technische Universität München auf Platz 6; ebenso landen die University of Tokyo (siebter Platz) und die Hong Kong University of Science and Technology (zehnter Platz) erstmals unter den Top 10.

Die Schweizer Hochschulen konnten sich gegenüber dem Vorjahr teils deutlich verbessern Die ETH Zürich sichert sich Platz zwölf (13 im Vorjahr), die École Polytechnique Fédérale de Lausanne erreicht Platz 19 (Vorjahr: 25).

 

Schweizer Ergebnisse im Überblick

 

Platz Hochschule

2019

Institution

 

Vergleich zu 2018

 

12

ETH Zürich

 

12

 

19

École Polytechnique Fédérale de Lausanne

 

25

 

77

Universität Zürich

 

75

 

89

Universität Lausanne

 

91

 

109

Universität Bern

 

111

 

113

Universität Basel

 

113

 

173

Universität Geneva

 

142

 

222

Universität St Gallen

 

150-200

 

 

Eigens zusammengestellte Tabelle des Global University Employability Ranking 2019 für die Schweiz mit den Daten des Urhebers Emerging

Zu den vollständigen Ergebnissen gelangen Sie hier


 

Nachfrage nach Absolventen mit sozialer Kompetenz steigt

Die Umfrage liefert auch eine Reihe weiterer Erkenntnisse. So äuserten Personalexperten die Überzeugung, dass die Beschäftigungsfähigkeit zu einem strategischen Ziel der weltweiten Hochschulbildung werden müsse, da sich der Markt durch die Globalisierung und Digitalisierung ständig verändere. Daneben müsse der ideale Absolvent bereit für die digitale Welt sein. Dennoch werde gleichzeitig die Nachfrage nach Absolventen mit sozialer Kompetenz und einem gut entwickelten wissenschaftlichen Mindset höchstwahrscheinlich weiter steigen. Darüber hinaus vergrössere sich die Kluft zwischen den aktuellen Fähigkeiten der Hochschulabsolventen und den Kompetenzen, die für den weiteren Erfolg in einem sich schnell wandelnden Arbeitsumfeld erforderlich seien.

Akademische Exzellenz und Internationalität einer Universität sind auch 2019 die treibenden Faktoren, ob HR-Professionals den Hochschulabsolventen zutrauen, in der Berufswelt Fuss zu fassen. Daneben erachten die Befragten aber auch als wichtig, ob und inwieweit die Hochschulen in ihren Lernprogrammen Spezialisierung, Praxisbezug, Soft Skills und digitale Kompetenzen fördern.

 

Länder im Vergleich

Die Gesamtzahl der in der Rangliste vertretenen Länder ist seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2011 von 24 auf 33 gestiegen, das entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent. Die europäischen Hochschulen können Erfolge verzeichnen: Die USA sind mit 29 vertretenen Universitäten zwar weiterhin das Land, das am häufigsten in der Liste auftaucht. Dahinter folgen jedoch Deutschland, das mit 14 Universitäten mehr als doppelt so oft in den Top 150 auftaucht als noch 2011, und Frankreich mit 13 Hochschulen. Institutionen aus der Schweiz, den Niederlande und aus Schweden schaffen es trotz einer deutlich geringeren Zahl von Studierenden und Universitäten immer noch in die Top 150.

Während Länder in Ostasien als «Top-Produzenten» arbeitsfähiger Absolventen gelten und vor allem die chinesischen Universitäten im Ranking Plätze gut machen, verzeichnet Grossbritannien Rückgänge. Waren 2011 noch 15 britische Universitäten unter den Top 150, ist ihre Zahl mittlerweile auf zehn gesunken. Das Vereinigte Königreich ist damit von Platz zwei – sowohl in Bezug auf die Anzahl der Universitäten, als auch auf die Länderbewertung – auf Platz vier abgerutscht.


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