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ICT-Lernende: Keine Nachteile während Corona-Lockdown

85 Prozent der Lernenden, die 2020 eine Lehre in der Informatik oder Mediamatik abschliessen, fühlten sich während der Corona-Situation sehr gut durch ihren Lehrbetrieb informiert. Dies zeigt die aktuelle repräsentative Befragung von ICT-Berufsbildung Schweiz bei den ICT-Lehrabgängerinnen und -Lehrabgängern 2020.
10. Juli 2020 - PD/MIG

Im Sommer 2020 schliessen schweizweit rund 2'300 Jugendliche eine Lehre als Informatiker/in oder Mediamatiker/in mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) ab. Davon absolvieren 30 Prozent gleichzeitig die Berufsmatura. Vom 15. April bis 18. Mai 2020, während der ausserordentlichen Corona-Lage, führte ICT-Berufsbildung Schweiz eine repräsentative Befragung bei 708 ICT-Lehrabgängerinnen und -Lehrabgängern durch.

 

Gut betreut während Corona-Situation

Die grosse Mehrheit der Befragten (85 Prozent) fühlte sich während der ausserordentlichen Lage sehr gut durch ihren Lehrbetrieb informiert. Rund die Hälfte geht davon aus, dass die Corona-Situation keinen Einfluss auf ihren Marktwert nach der Lehre hat, 44 Prozent erwarten einen negativen Einfluss. Ein Grossteil der Befragten hat bereits eine Anschlusslösung. Ein Drittel, und damit sogar 4 Prozent mehr als im Vorjahr, hat bereits eine Stelle. 14 Prozent machen sich auf die Stellensuche.

 

Weiterbildungen sind hoch im Kurs

Drei von vier ICT-Lehrabgänger/innen möchten sich in den nächsten zwei bis drei Jahren mittels Weiterbildungen oder Zusatzausbildungen zusätzlich qualifizieren. 23 Prozent planen eine Aus- oder Weiterbildung direkt im Anschluss an die Lehre. Einem Drittel der Befragten sind die weiterführenden Berufsausbildungen «Berufsprüfung» (eidg. Fachausweis) und «Höhere Fachprüfung» (eidg. Diplom) jedoch unbekannt. Die grösste Bekanntheit geniessen Fachhochschulen (FH) und Höhere Fachschulen (HF).

 

ICT-Lehre bleibt attraktiv

Die grosse Mehrheit (94 Prozent) der Befragten ist nach vier Lehrjahren weiterhin zufrieden mit ihrer Berufswahl. Mehr als die Hälfte ist sogar sehr zufrieden. 83 Prozent würden ihre ICT-Lehre einem Freund oder einer Freundin weiterempfehlen. Insbesondere den Lehrbetrieben wird ein gutes Zeugnis ausgestellt. 93 Prozent der Lernenden fühlen sich wohl im Lehrbetrieb und 92 Prozent bewerten das Arbeitsklima als gut. Mit Abstand am meisten profitieren die Lernenden gemäss eigenen Angaben im Lehr- oder Praktikumsbetrieb.

 

Flexible Arbeitszeiten werden geschätzt

 

Flexible Arbeitszeiten sowie Karriere- und Weiterbildungsoptionen waren die meistgenannten Kriterien für die Stellensuche. Zwei Drittel wünschen sich einen Vollzeitjob nach der Lehre, über ein Drittel findet eine 80 Prozent-Stelle ebenfalls attraktiv.

 

Resultate decken sich mit der Revision des Berufs Informatiker/in EFZ

«Die Resultate sind insgesamt sehr zufriedenstellend. Sie zeigen uns jedoch auch auf, wo wir ansetzen und unsere Aktivitäten intensivieren müssen», sagt Serge Frech, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz. Der Anteil der ICT-Lehrabgängerinnen ist beispielsweise mit 11 Prozent weiterhin sehr tief und das duale Ausbildungsmodell hauptsächlich in der Deutschschweiz verbreitet. Die Resultate stützen jedoch die Massnahmen, welche in der laufenden Revision des Berufs Informatiker/in EFZ getroffen wurden. Zwei zentrale Elemente dieses Revisionsprozesses sind die neu definierten und geschärften Fachrichtungen «Applikationsentwicklung» und «Plattformentwicklung» sowie die gendergerechte Ausrichtung des Berufsbilds.

 

Weitere Informationen

Detailergebnisse der Befragung: ICT-Lehrabschlussbefragung 2020

Informationen zur Revision: Projektseite Revision Informatik EFZ

 


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