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Immer weniger KV-Lehrabgänger treten eine Vollzeitstelle an

Jedes Jahr beginnen rund 76'000 Jugendliche eine berufliche Grundbildung – davon absolvieren laut Bundesamt für Statistik rund 20 Prozent eine KV-Lehre. Nur 12 Prozent wollen nach dem Lehrabschluss Vollzeit arbeiten. Weiterbildung gewinnt an Bedeutung.
16. April 2020 - PD/MIG

Die Beliebtheit der kaufmännischen Ausbildung wird auch in der neuesten Umfrage des Kaufmännischen Verbandes (KV) bestätigt. So würden über 70 Prozent der Lehrabgänger/innen die kaufmännische Berufsbildung wiederwählen. Ausserdem fühlen sich über 90 Prozent der Befragten nach Abschluss gut bis sehr gut auf das Berufsleben vorbereitet.

Der Berufs- und Branchenverbleib unter den Abgänger/innen der kaufmännischen Grundbildung ist dementsprechend sehr hoch. Nur 3.9 Prozent der Befragten haben direkt nach der Grundbildung in einen anderen beruflichen Bereich gewechselt. Darüber hinaus sehen sich nur 18.6 Prozent in fünf Jahren ausserhalb des kaufmännischen Berufs.

 

Weiterbildung gilt weiterhin als wichtiger Karriere-Baustein

Mit dem KV verfügen Jugendliche über eine solide und generalistische Grundbildung. Sie können sich mit einer anschliessenden Weiterbildung rasch auf neue Berufsbilder spezialisieren. Auch 2019 bleiben Weiterbildungen relevant: Ein Viertel aller Befragten hat Ende Jahr bereits eine Weiterbildung begonnen und weitere 50.4 Prozent spielen mit dem Gedanken einer Weiterbildung für ihre berufliche Zukunft. Das sind 4.1 Prozent mehr als im Vorjahr. Abgänger/innen sind sich demnach schon früh der Relevanz von Weiterbildungen bewusst. Der Grundsatz «lifelong learning» hat sich etabliert.  Ein Grossteil der Abgänger/innen erhofft sich durch Weiterbildungen bessere Karrierechancen oder die Erweiterung der eigenen Kompetenzen im Hinblick auf die Wunschstelle.

 

Vollzeitstellen nehmen ab, Work-Life-Balance gewinnt an Bedeutung

Bei der Suche nach einer neuen Stelle achten Abgänger/innen vor allem auf ein gutes Arbeitsklima oder eine interessante Tätigkeit. Neuerdings hat aber auch die Vereinbarkeit (u.a. im Hinblick auf Weiterbildungen) sehr stark an Bedeutung gewonnen. Sie wird mit 47.6 Prozent zum wichtigsten Jobkriterium im 2019 – und das obwohl sie in den Vorjahren stets in der unteren Hälfte der Präferenzstruktur stagnierte.

Zudem treten immer weniger Lehrabgänger/innen eine Vollzeitstelle an (76.8 Prozent). Der Anteil an Teilzeitstellen hingegen hat im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht zugenommen. Rund 80 Prozent der teilzeitangestellten Berufseinsteiger geben an, sich dadurch mehr Zeit für Weiterbildungen zu erhoffen. Nur 12 Prozent wollen tatsächlich Vollzeit arbeiten, haben aber keine entsprechende Stelle gefunden. Nicole Cornu, Fachverantwortliche Grundbildung und Jugendberatung beim Kaufmännischen Verband, schliesst daraus: «Weiterbildungen sind keine Alternative zur Erwerbslosigkeit, sondern eine bewusste Investition in die Zukunft. Lehrabgänger/innen werden sich aber erst nach dem Lehrabschluss der Doppelbelastung aus Weiterbildung und Job bewusst, weshalb die Vereinbarkeit so stark an Relevanz gewinnt. Wer sich weiterbilden möchte, achtet bei der Jobsuche und -auswahl zunehmend auf eine gute Work-Life-Balance.»

 

 


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