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Infektionsgefahr im Grossraumbüro bannen

Nicht alle Berufstätigen können trotz Pandemie ständig im Home Office arbeiten. Bei der Rückkehr an den Büroarbeitsplatz lauten die wichtigsten Regeln weiterhin Abstand und Hygiene. Hier geben die Empfehlungen des BAG den Rahmen vor.
11. November 2020 Michaela Geiger

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt einfache Verhaltens- und Hygieneregeln gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus, die auch im Betrieb gelten. Eine Übersicht findet sich auf der Corona-Webseite des BAG. Dabei geht es vor alle um die Sicherstellung der konsequenten Einhaltung der personenbezogenen Hygienemassnahmen, darunter, Abstand halten, Händewaschen und Maskenpflicht). Am Arbeitsplatz sollen die entsprechenden Vorkehrungen geftroffen werden. Arbeitnehmende sollen, falls betrieblich möglich, gegenseitig Abstand halten, beispielsweise durch Schaffung von räumlichen Anpassungen, Office-Splitting, Telearbeit etc. Wo möglich, soll Home Office erlaubt und ermöglicht werden. Nicht empfohlen wird den Arbeitnehmenden, Masken zu ihrem Schutz zu tragen. Ausnahmen bilden Arbeiten, wo eine Maske aus anderen betrieblichen Gründen getragen werden muss, zum Beispiel beim Gesundheitspersonal.

Im Büro sind Stellwände und Raumgliederungssysteme gut geeignet, Mitarbeiter vor Infektionskrankheiten zu schützen. Hierbei sind insbesondere drei Faktoren hervorzuheben:

  • Das physische Abtrennen von Sozialräumen, Empfangsbereichen und Arbeitsplätzen ist eine der Empfehlungen des Eidgenössischen Departments des Innern für die Reduzierung der Ausbreitung des Coronavirus Covid-19.

 

  • Durch die räumliche Trennung von Mitarbeitern kann die Infektion zwischen Teams unterbunden werden. Dies kann auch im Erkrankungsfall helfen, eine komplette Schliessung eines Betriebes zu verhindern.

 

  • In Bereichen mit Publikumsverkehr oder hoher Mitarbeiterfrequenz ist es wichtig, Mitarbeiter durch Barrieren aus Glas oder Plexiglas vor direktem Kontakt zu schützen. Dies ist auch in der Mitte von Besprechungsräumen denkbar.

 

Weitere BAG-Empfehlungen für die Arbeitswelt

  • Um eine Überlastung der Gesundheitseinrichtungen zu vermeiden, soll Kulanz bei der Einforderung eines Arztzeugnisses gelten. Arbeitgeber sollen frühestens ab dem 5. Tag eingefordert werden.

 

  • Die Mitarbeitenden sind über persönliche und arbeitsplatzbezogene Schutzmassnahmen zu informieren und diese sind an die jeweils aktuellen Empfehlungen des BAG anzupassen.

 

  • Zudem sollen Mitarbeitende darauf hingewiesen werden, das Reisen zu Stosszeiten im öffentlichen Verkehr ab sofort und bis auf weiteres möglichst zu vermeiden.

 

  • Arbeitgeber sollen die Arbeitszeiten ihrer Angestellten so flexibel wie möglich gestalten, damit Stosszeiten vermieden werden können.

 

 

Grossraumbüro ohne Ansteckungsgefahr?

Offene Gestaltungsformen von Büros haben sich eindeutig in den vergangenen Jahren durchgesetzt. Dabei war eines der Hauptziele, die Kommunikation zu fördern und den sozialen Austausch anzuregen – beides Themen, die zu Zeiten des Coronavirus bewusst unterbunden werden sollen. Wie lassen sich offene Bürostrukturen nun so anzupassen, dass einerseits der offene Charakter erhalten bleibt, aber gleichzeitig die Ansteckungsgefahr durch andere Menschen minimiert wird?

Virologen empfehlen einen Mindestsicherheitsabstand zwischen den Menschen von 1,5 m empfohlen – dies gilt auch für Büroarbeitsplätze. Eine Möglichkeit wäre, die Schreibtische so aufzustellen, dass bei jeder Bewegung eines Mitarbeiters an seinem Schreibtisch der Sicherheitsabstand gewahrt bleibt. Dies würde allerdings zu einer Vervierfachung des Flächenbedarfs führen und wäre in vielen Büros nicht umsetzbar.

Eine Möglichkeit, mit den vorhandenen Flächen auszukommen, ist die Nachrüstung eines Wandsystems zwischen den Arbeitsplätzen. Um den Mitarbeitern einen ausreichenden Schutz zu bieten, sollten bei diesen Wänden gewisse Mindesthöhen eingehalten werden..

Des Weiteren bieten freistehende Stellwände die Möglichkeit, Verkehrswege abzuteilen und Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz vor vorbeilaufenden Mitarbeitern zu schützen, ebenso kann dadurch der Büroraum in einzelne Zonen aufgeteilt werden. Diese räumliche Trennung von Gruppen im Büro reduziert die Ausbreitung von Infektionskrankheiten und kann helfen, die Anzahl der Kontakte von Mitarbeitern zu reduzieren.

Gerade in Gruppen- oder Grossraumbüros stellt sich diese Anforderung gleichwohl als schwierig umsetzbar dar. Viele Büroräume können nicht bis zu ihrer vollen Kapazität besetzt werden, ohne dass es zu Unterschreitungen der erforderlichen Schutzabstände kommt. Daher kann es erforderlich sein, Teams in zwei Gruppen zu unterteilen, welche die begrenzte Bürofläche zu unterschiedlichen Zeiten nutzen, während die jeweils andere Gruppe im Homeoffice arbeitet. Auch müssen seitliche Abgrenzungen zwischen Arbeitsplätzen und Durchgangs- sowie Verkehrswegen gewährleistet sein.

 

Corona-Schutz: Auf Desk-Sharing verzichten

Non-territoriale Arbeitsweisen, welche keine feste Zuordnung von Arbeitsplätzen vorsehen, erweisen sich unter den aktuellen Umständen ebenfalls als problematisch. Um einer Ansteckungsgefahr durch geteilte Büroausstattung entgegenzuwirken, sollten Unternehmen auf non-territoriales Arbeiten und Desk-Sharing in der nächsten Zeit verzichten und ihren Mitarbeitern feste Arbeitsplätze zuweisen. Wo dies nicht möglich ist, müssen die Arbeitsflächen regelmässig mit geeigneten Mitteln desinfiziert werden. Tastatur und Maus sollten jeweils nur von einer Person genutzt werden und gegebenenfalls von einem Rechner zu einem anderen mitgenommen werden.

 

Einmal ins Büro zurückgekehrt, stellen vor allem die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten eine Herausforderung im Arbeitsalltag dar. An Orten wie Aufzügen, Küchen oder Besprechungsräumen, an denen häufig Personenansammlungen entstehen, empfiehlt das BAG sichere Schutzabstände und Warteflächen, die mit Klebeband markiert sind. Versetzte Arbeits- und Pausenzeiten sind ausserdem hilfreich, um den Mindestabstand im Kontakt zu den Kollegen zu gewährleisten.


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