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KOF Beschäftigungsindikator: Grosse Unterschiede zwischen den Branchen

Die Beschäftigungspläne der Unternehmen in der Schweiz haben sich in den vergangenen Monaten kaum verändert. Doch ist die Jobsituation sehr branchenabhängig, zeigt der neuste KOF Beschäftigungsindikator. Während das Baugewerbe, die Versicherer und die übrigen Dienstleister einen Stellenaufbau planen, verschlechterten sich die Aussichten bei den Banken und im Gastgewerbe.
08. Mai 2019 - PD/MIG

Der Beschäftigungsindikator der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich lag im April bei 5.6 Punkten. Das entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem ersten Quartal des Jahres. Damals lag der Indikator bei 4.4 Punkten (revidiert von 4.2 Punkten). Der Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen der KOF berechnet. In diesen wurden die Firmen im April unter anderem gefragt, wie sie ihre gegenwärtige Zahl an Beschäftigten beurteilen und ob sie diese in den nächsten drei Monaten anpassen wollen.

In den Umfragen war per saldo eine Mehrheit der Unternehmen der Ansicht, ihr derzeitiger Personalbestand sei zu klein. Gleichzeitig erwartet eine Mehrheit der befragten Unternehmen, dass sie diesen in den nächsten drei Monaten erhöhen werden. Der KOF Beschäftigungsindikator entspricht dem Durchschnitt aus den Beschäftigungsurteilen und -erwartungen der befragten Unternehmen. Der Indikator liegt gegenwärtig leicht über dem langfristigen Mittelwert, der nahe bei null ist. Somit bleiben die kurzfristigen Aussichten für den Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin recht erfreulich.

 

Gute Aussichten für das Baugewerbe und andere Dienstleister

Das Gesamtbild kaschiert allerdings, dass es grosse Unterschiede im Beschäftigungsurteil in den verschiedenen Branchen gibt. So stieg der Beschäftigungsindikator für das Baugewerbe beispielweise erneut und erreicht nun einen so hohen Indikatorwert wie zuletzt vor sechs Jahren. «Hier scheint die gute Auftragslage im Tief- und Geschäftsbau in einem Stellenaufbau zu resultieren», so die KOF-Analysten. Erfreulich entwickelten sich die Beschäftigungsaussichten auch bei den Versicherern, im Grosshandel und bei den übrigen Dienstleistungsunternehmen. Zu letzteren zählen beschäftigungsmässig wichtige Branchen wie das Verkehrswesen, der Bereich Information und Kommunikation, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Bedeutend pessimistischer als noch zu Jahresbeginn sind die Beschäftigungsaussichten hingegen im Gastgewerbe. Der Beschäftigungsindikator für diese Branche ist recht deutlich in den negativen Bereich gerutscht. Nach der erfreulichen Wintersaison rechnen die Betriebe offenbar mit einer etwas schlechteren Sommersaison. Auch bei den Banken sieht es nicht allzu gut aus: Der Beschäftigungsindikator für diese Branche bewegt sich seit einem Jahr im negativen Bereich. Durchzogen ist die Situation schliesslich auch in der Industrie und im Detailhandel, deren Beschäftigungsindikatoren nahe bei null sind: Hier ist weder mit einem Stellenaufbau noch mit einem Stellenabbau zu rechnen.

 

 


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