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Migrationshintergrund sorgt weiter für Benachteiligung

Erwerbstätige mit Migrationshintergrund der ersten Generation sind im Schnitt finanziell und materiell systematisch schlechter gestellt und sie weisen eine höhere Armutsquote auf als jene der zweiten Generation und als Erwerbstätige ohne Migrationshintergrund.
29. Juli 2020 - PD/MIG

Gemäss Integrationsindikatorensystem des Bundesamts für Statistik (BFS) leben Personen der ersten und zweiten Generation mit Mitgrationshintergrund zudem dreimal häufiger in einem von materieller Entbehrung betroffenen Haushalt als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Die zweite Generation ist zudem doppelt so häufig von einem oder mehreren Wohnproblemen betroffen wie Personen ohne Migrationshintergrund.

 

Engagement in der Zivilgesellschaft und sozialer Zusammenhalt: Mehr Vertrauen in die Institutionen

Obwohl sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund seltener in der Zivilgesellschaft engagiert als Personen ohne Migrationshintergrund, vertraut sie den Institutionen stark. 67 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ohne Migrationshintergrund geben an, mindestens an acht von zehn eidgenössischen Abstimmungen teilzunehmen, gegenüber 62 Prozent der ersten Generation und 56Prozent der zweiten Generation mit Migrationshintergrund. 54 Prozent der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund engagieren sich aktiv, bei der ersten Generation sind es 32 Prozent und bei der zweiten 35 Prozent. Auf der anderen Seite zeigt die erste Generation mit Migrationshintergrund im Vergleich zur zweiten Generation und zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund systematisch ein höheres Vertrauen in das politische und das Rechtssystem sowie in die Polizei. Die zweite Generation vertraut der Polizei weniger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

 

Das Integrationsindikatorensystem des BFS gibt Aufschluss über die Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und jener ohne Migrationshintergrund hinsichtlich der Chancengleichheit. Der Migrationsstatus ist aber keinesfalls der einzige erklärende Faktor für die festgestellten Unterschiede zwischen diesen Bevölkerungsgruppen. Andere Variablen wie beispielsweise das Alter oder das Bildungsniveau können ebenfalls einen Einfluss haben. 16 Indikatoren wurden mit den neusten verfügbaren Daten aktualisiert.

 

 


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