News

Mobile Recruiting: Per Smartphone zum neuen Job?

Mobilität, Schnelligkeit und direkter Kontakt zum Recruiter spielen für jüngere Generationen bei Bewerbungen eine wichtige Rolle, zeigt eine neue Studie zu «Mobile Recruiting».
21. Oktober 2020 - PD/MIG

Wie stehen junge Menschen zu mobiler Bewerbung über Smartphone oder Tablet? Welche Wünsche haben sie an die Bewerbung der Zukunft? Eine Online-Befragung unter 510 Personen der am Arbeitsmarkt besonders gefragten Generationen X und Y, durchgeführt im Mai 2020 von Studierenden des Studiengangs Personalmanagement FH Wien der WKW gemeinsam mit hokify, liefert interessante Einblicke in deren Vorstellung zukünftiger Bewerbungen und mobiler Lebensweise.

Ergebnis: Für 71 Prozent der Befragten sind Social Media wichtig oder sogar unverzichtbar. Für die jüngere Zielgruppe spielen Social Media dabei eine noch grössere Rolle im Alltag: Immerhin 20 Prozent der Befragten der Generation Z, geboren zwischen 1995 und 2005, können sich ein Leben ohne Social Media nicht (mehr) vorstellen. Im Vergleich zu 12 Prozent bei der Generation Y (1980 – 1995).

Bei zukünftigen Bewerbungen möchten knapp 60 Prozent der Befragten nicht mehr als 30 Minuten für die Erstellung von Bewerbungen investieren. Je geringer der schulische Bildungsabschluss, umso unkomplizierter soll eine Bewerbung ablaufen, so der Wunsch.

Drei Viertel der Befragten können sich vorstellen, sich in Zukunft mobil zu bewerben. Dafür spricht aus Sicht der Befragten vor allem die schnelle und unkomplizierte Handhabung. Als Voraussetzung wird eine gut ausgereifte Plattform bzw. App genannt.

Personen, die eine mobile Bewerbung per Smartphone oder Tablet ablehnen, sehen Nachteile in der Bildschirm- bzw. Tastaturgrösse und bemängeln die fehlende Übersicht. Weitere Argumente dagegen sind, dass eine mobile Bewerbung weniger seriös wirkt, eine persönliche Note schwer hinzugefügt werden kann, die vermutete Fehleranfälligkeit, ungewohnte Handhabung und dass notwendige Dokumente am Handy bzw. Tablet nicht verfügbar sind.

Die Hälfte der Befragten mit Bewerbungserfahrung hat in der Vergangenheit schon einmal eine Bewerbung abgebrochen – Frauen tendenziell häufiger als Männer. Als Begründung für den Abbruch nennen die Befragten die zu umfangreiche Dateneingabe, eine zu lange Dauer, Meinungsänderung im Bewerbungsprozess, technische Schwierigkeiten und fehlende Informationen für die Bewerbung.

28 Prozent aller Befragten können sich vorstellen, in Zukunft eine Bewerbung über ein persönliches Video zu verschicken. Befragte mit höherer Bildung stehen einer Videobewerbung positiver gegenüber.

Für die Befragten spricht vor allem die Schnelligkeit (70 Prozent) und Ortsunabhängigkeit (67 Prozent) für eine mobile Bewerbung. Zudem gehen 48 Prozent davon aus, auf diese Weise schneller zu erfahren, wo sie im Bewerbungsprozess stehen. 34 Prozent der Befragten verbinden eine mobile Bewerbung mit einer modernen Orientierung des potenziellen Arbeitgebers. Umgekehrt meinen 17 Prozent der Befragten zukünftigen Arbeitgebern durch mobile Bewerbungen ihre Technik-Kompetenz vermitteln zu können. Die geringeren Kosten im Vergleich zu postalischen Versendungen sind nur für 14 Prozent ein wichtiges Argument für mobile Bewerbungen.

Die wichtigsten drei Gründe, die aus Sicht der Befragten gegen eine mobile Bewerbung sprechen, sind fehlende Informationen auf dem Endgerät, die eingeschränkten Möglichkeiten zur individuellen Gestaltbarkeit und die wahrgenommene Fehleranfälligkeit bei der Eingabe auf dem Handy oder Tablet.

Welche Funktionen bzw. Möglichkeiten wünschen sich die Befragten für zukünftige Bewerbungen? Gut zwei Drittel erhoffen sich Benachrichtigungen zur Bewerbung via Push-Notification und eine Chat-Funktion, um Fragen zum Job stellen zu können. Jene Befragten, die in Social Media besonders aktiv sind, wünschen sich eher ihren Lebenslauf direkt via Social Media-Account versenden zu können als „Wenig-Nutzer“. Zu all dem wünschen sich die Befragten auch Transparenz, schnelle Prozesse, ein rasches Feedback, einfache Plattformen sowie persönliche Ansprechpartner.

 

Zusammenfassung

Die Ergebnisse der Mobile Recruiting Umfrage zeigen: Mobilität spielt bei zukünftigen Bewerbungen für Generation Y und Z eine wichtige Rolle. Sie wünschen sich eine schnelle und flexible Erstellung von Bewerbungen sowie einen transparenten Bewerbungsverlauf. Und idealerweise den direkten Chat-Kontakt zu den Recruitern.

 

Literatur

Mannheim, K. (1964): Das Problem der Generationen, in: Wissenssoziologie: Auswahl aus dem Werk. Luchterhand, Neuwied.

Universität Bamberg (2019): Studienreihe «Recruiting Trends». Bamberg. Online verfügbar unter https://www.uni-bamberg.de/isdl/chris/recruiting-trends/recruiting-trends-2019/


Webdesign by Multi Digital