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Motivation - der Schlüssel zum Erfolg

Im hart umkämpften Fachkräftemarkt müssen Unternehmen heute eine Marke sein, die potenzielle Bewerberinnen und Bewerber schnell erkennen und mögen, damit sie sich für sie entscheiden. Wie das geht, erfuhren Teilnehmende am 15. Ostschweizer Personaltag.
07. Juni 2019 - PD/MIG

In einer Umfrage der Fachhochschule St. Gallen haben nach Angaben der Wissenschaftler Abdullah Redzepi und Prof. Sibylle Olbert-Bock mehr als die Hälfte der rekrutierenden KMU angegeben, dass sie nur schwer geeignete Kandidaten für offene Stellen finden. Rund ein Viertel der Befragten dürfte vom Fachkräftemangel akut betroffen sein – auf die Schweiz hochgerechnet sind es rund 90 000 KMU. Daher haben viele Unternehmen in sogenanntes Employer-Branding (EP) investiert, sich also darauf konzentriert, in der Wahrnehmung der Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Herkömmliches EP gelangt aber an Grenzen.

Arbeitgebermarke als Führungsinstrument
Für Bastian Schneider gibt es zwei Arten von Unternehmen: diejenigen, zu denen die Zukunft komme, und diejenigen, die die Zukunft bringen würden. Die Arbeitgeber-Marke helfe, zur richtigen, zur zweiten Art zu gehören. Ein Unternehmen müsse nicht für alle Arbeitnehmenden attraktiv sein, sondern für die richtigen. Dies setze voraus, dass man die Arbeitgebermarke als Führungsinstrument einsetze. Sie sei Ausgangspunkt für Erneuerung und Wachstum und bedinge einen systematischen Prozess mit Analyse, Erfolgstreiber und Positionierung. Dieser müsse mit allen Unternehmensbereichen, nicht nur dem HR, durchgeführt werden.

Rockstar erfindet sich täglich neu
«Talente brauchen Probleme». Das ist die Kernaussage des Vortrags von Florian Wassel, der mit knapp 70 Talenten die Digitalisierung als Service für den Mittelstand leistet. Um die geeigneten Fachkräfte zu finden ist ein gutes Arbeitsklima heute nicht mehr als ein Hygienefaktor. Ausschlaggebend sind vielmehr die Herausforderungen, an denen jeder Einzelne für sich und im Team wachsen kann.
Bis in drei Jahren will Florian Wassel den Personalbestand mindestens verdoppeln. Für das Wachstum ist er auf junge, gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen, die zu finden immer schwieriger wird. Wassel weiss, wie wichtig es ist, in einem rasch wachsenden Unternehmen einen guten Namen zu haben. Er setzt auf ein gutes Arbeitsklima. Und so wirft trotz hohem Tempo und grossen Anforderungen kaum jemand das Handtuch.

Auf dem Holzweg
Katharina Lehmann, CEO und Inhaberin von Blumer-Lehmann, verband die Arbeitgeber-Attraktivität mit der «Faszination Holz». Employer-Branding sei für sie ein «Räderwerk», wo sich die Grenzen zwischen HR, Führung und Marketing verwischen. Sie müssten sich auf andere Mitarbeitende, neue Führungsansätze, neue Instrumente und Arbeitsmittel einstellen und lernen, diese Methoden zu nutzen und in den Alltag zu integrieren. Führung heisse auch, andere für sich zu begeistern. Veränderung, so Lehmann, habe es schon immer gegeben, nur nehme die Geschwindigkeit zu und die Anzahl der gleichzeitigen Veränderungen sei neu.

Markenbotschafter als Rekrutierungsgehilfen
Für Simon Graf, Fachspezialist Rekrutierung bei der Post CH AG, ist das Ziel von Employer-Branding, die Post in allen relevanten Märkten bei allen relevanten Zielgruppen als attraktive Arbeitgeberin zu etablieren. Um dies zu erreichen, müssten das EP optimiert, kritische Zielgruppen identifiziert und einzelne kritische Kampagnen lanciert werden. Dazu aktiviere die Post, die dann als Markenbotschafter aufzutreten. Anhand zweier Fallbeispiele zeigte Graf auf, wie dies umgesetzt wird: einerseits durch die Gestaltung der Arbeitgebermarke aufgrund regelmässiger Messung, andererseits durch Mitarbeitende als Ambassadeure, die Stellen extern empfehlen.

Unbändige Kraft in jedem
Den Abschluss der HR-Tagung, moderiert von Matthias Wipf, gestaltete der Autor Oliver Haas. In jedem, so Haas, stecke eine unbändige Kraft, gemeinsam mit anderen Grossartiges zu leisten. Durch die Entstehung intrinsischer Motivation und die Entfaltung innerer Potenziale würden Sinnstiftung, Wertschätzung und eine unbändige Motivation in den Mitarbeitenden erwachsen. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse der positiven Psychologie zeigte Haas, wie die immense Kraft der Potenzialentfaltung Mitarbeitende glücklicher, begeisterter, kreativer und damit leistungsfähiger werden lässt und so das Unternehmen von innen heraus stärkt, sodass es in unbegrenzte Höhe wachsen kann. Das sei der Schlüssel zum Erfolg jedes Unternehmens.


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