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Snapchat – spannend für Employer Branding?!

Fachkräftemangel und Digitalisierung veranlassen HR-Professionals zu mehr Aktivität in den sozialen Netzwerken – wo sich potenzielle Talente und Bewerber tummeln. Für Recruiting und Employer Branding bieten vor allem «jungen Kanäle» wie Snapchat viele Möglichkeiten, Kontakt aufzunehmen.
29. September 2020 Michaela Geiger

Seit einiger Zeit gewinnt die Kurzvideo-App TikTok bei Jugendlichen an Beliebtheit. Doch was ist mit Snapchat – eine Plattform, die bisher in der Beliebtheitsskala der Jungen ganz oben rangierte? Die Züricher Social-Media- und Online-Marketing-Agentur Xeit GmbH hat mit einer Umfrage herausgefunden, dass Snapchat bei der Schweizer Jugend gut ankommt und rege genutzt wird.

Für das Recruiting erschien Snapchat bisher als kaum geeignet: Die Posts verschwinden nach 24 Stunden von selbst, es gibt keine Kontaktlisten für die Recherche und die Benutzerfreundlichkeit der App bietet nach Meinung vieler Optimierungspotenzial. Erst bei genaueren Hinsehen zeigen sich die Vorteile: Arbeitgeber können sich authentisch präsentieren, denn jeder Snap ist einzigartig und vergänglich. Das sorgt für eine hohe Aufmerksamkeit.

So gross wie Facebook war die 2011 gegründete Bild- und Kurzvideo-Plattform Snapchat nie, betrachtet man die Nutzungszahlen über alle Altersgruppen hinweg betrachtet. Beliebt ist Snapchat als Jugendkanal, um sich gegen die «Erwachsenenwelt» abzugrenzen. Die Plattform gilt ausserdem hinsichtlich einiger Social-Media-Funktionen als First Mover: Sowohl die häufig genutzten Fotofilter und das Konzept der Stories stammen von Snapchat, Instagram hat allerdings beides sehr erfolgreich kopiert. Seit 2019 wirbt zudem die chinesische App TikTok weltweit und die Aufmerksamkeit der Jugendlichen und verbreitet sich rasant. Wie steht es also 2020 um die Nutzung von Snapchat?

 

Nur WhatsApp ist beliebter als Snapchat

Die Ergebnisse der Xeit-Umfrage zeigen: WhatsApp wird als einziger Kanal noch häufiger genutzt als Snapchat; auf den Plätzen drei und vier folgen YouTube und Instagram. Befragt wurden allerdings tendenziell sehr junge Nutzer, die sich zu Snapchat äussern wollten. Ergebnis:

  • Bei der Kernzielgruppe der 13- bis 19-Jährigen liegt die Snapchat-Nutzung bei beachtlichen 91 Prozent.

  • 9 Prozent der Befragten sind neben Snapchat auf keinen anderen Social-Media-Plattformen aktiv.

  • 3 Prozent nutzen die Plattform täglich, knapp 30 Prozent davon für mehr als zwei Stunden.

  • Snapchat wird in erster Linie zum Chatten mit Freunden und zur Unterhaltung genutzt.

  • 43 Prozent der Snapchat-Nutzenden, die einem Unternehmen folgen, tun dies, weil es von einem Influencer empfohlen wurde.

  • 70 Prozent der Teilnehmenden gaben an, sich auf Snapchat witzig und authentisch zu zeigen.

  • Fast 80 Prozent nutzen sogenannte «Branded Filter», eine von Unternehmen designte und gesponserte Linse, die in Form eines Geofilters, AR-Filters, Gesichtsfilters u.a.m. angeboten wird.

 

Die befragten Jugendlichen sind täglich und häufig während mehrerer Stunden auf Snapchat aktiv; daher bietet die Plattform grosses Potenzial, um mit der jugendlichen Zielgruppe in Kontakt zu treten. Besonders gut funktionieren dabei Wettbewerbe und Aktionen, wie die Umfrage weiter zeigte. Dem Grossteil der Lernenden ist Snapchat bestens vertraut, weil sie die App auch privat nutzen.

Auf jungen Social-Media-Plattformen ist für HR-­Aktivitäten ­Kreativität gefragt, schliesslich wurden sie nicht als ­Recruiting-­Kanäle konzipiert. Um mit Nutzern in Kontakt zu kommen, muss man oft selbst aktiv werden, beispielsweise ­Kommentare posten, Beiträge liken oder um Direktnachrichten bitten. Auch gibt es keine speziellen Werbeformate für Personal­marketingziele. Wer seine Arbeitgebermarke pushen möchte, muss auf zwei Dinge achten: Authentizität und Kontinuität. Mit einer einmaligen Inszenierung kommt man nicht weit.

 

An der Xeit-Umfrage haben 1252 Personen teilgenommen, 80.3 Prozent davon sind Frauen. Mehr Informationen zu den Resultaten der Snapchat-Umfrage sowie Potenziale fürs Marketing finden sich im Whitepaper zur Umfrage.

 


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