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So gelingt das Vorstellungsgespräch per Video

Normalerweise ist ein Jobinterview per Webcam die Ausnahme – nicht jedoch in Zeiten der Corona-Pandemie. Worauf kommt es dabei an?
24. April 2020 Michaela Geiger

«Physical distancing» ist das Gebot der Stunde. Daher sind persönliche Bewerbungsinterviews die Ausnahme. Nützliche Tipps für virtuelle Recruiting-Gespräche gibt Anja Michael, globale Personalchefin beim Softwarehersteller Avira, in einem Artikel auf karriere.de

Ein Videochat ist ideal, um den Zeitaufwand gering zu halten und in Zeiten von Corona eine Verbreitung von Viren zu verhindern. Bewerber können vor der Webcam allerdings in Situationen geraten, die es im realen Jobinterview nicht gibt. Beispiel: Die Webcam zeigt, wie während des Video-Gesprächs ein Kind ins Zimmer kommt und etwas fragen will. Auch für HR-Fachleute ist ein Video-Interview es eine ungewohnte Situation. Doch gerade bei Bewerbern aus dem Ausland helfe ein Gespräch per Webcam, einen ersten Eindruck zu gewinnen, sagt Anja Michael.

Die Technik kann allerdings auch als Barriere wirken – mit der Gefahr, dass man das Gegenüber nicht so gut wahrnimmt. Ein HR-Professional sieht durch die Webcam nur einen Ausschnitt des Bewerbers, kann seine Mimik schlechter einschätzen und bekommt auch nicht mit, wie er oder sie auf andere Menschen wirklich zugeht.

Um den Bewerbern die zusätzlichen Sorgen vor technischen Problemen zu nehmen, versucht Anja Michael zu Beginn für eine gute Gesprächsatmosphäre zu sorgen – auch wenn sie keinen Kaffee anbieten kann. Die Bewerber werden darauf hingewiesen, dass es zu technischen Unterbrechungen kommen kann und sie ihnen dies nicht zum Nachteil auslegt. Und wenn etwas technisch nicht einwandfrei funktioniert, sollten beide Seiten ehrlich und zügig mitteilen, dass man das Gegenüber nicht verstanden hat.

 

Jobinterview per Webcam als erstes Treffen

Ein persönliches Gespräch komplett ersetzen kann ein digitales Vorstellungsgespräch nicht, ist Anja Michael überzeugt. Doch es lässt sich ein erster Eindruck gewinnen, ob die «Chemie» stimmt. Sie plant jetzt, Bewerbende bei den ersten virtuellen Jobinterviews auf eine digitale Tour durchs Büro mitzunehmen und diesen die künftigen Kollegen per Kamera vorzustellen. Bislang war dies erst beim Treffen in der Zentrale vorgesehen.

 

 

 


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