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Stoff zum Nachdenken von Avenir Suisse

Die Neuwahl des Schweizer Parlaments ist eine Chance, um anstehende Reformen in Angriff zu nehmen. Avenir Suisse hat in einer neuen Publikation dazu Vorschläge unterbreitet.
15. November 2019 Michaela Geiger

Nicht nur in Klimafragen, sondern auch im Umgang mit der Alterung und Bildung oder beim Verhältnis zur Europäischen Union wären aus Sicht des Think Tanks Avenir Suisse veränderte Blickwinkel gefragt. In einer neuen Publikation unter dem Titel «Was wäre, wenn... – 13 mögliche Entwicklungen und ihre Konsequenzen für die Schweiz» haben Forscherinnen und Forscher von Avenir Suisse drei Bereiche identifiziert, in denen sie für die Schweiz strategischen Handlungsbedarf erkennen. Die daraus abgeleiteten Hypothesen zeigen, wo Fallen lauern und mit welchen Strategien sie am besten zu überwinden sind:

  1. Die Schweiz sollte geopolitische Verschiebungen und globale Megatrends rechtzeitig antizipieren, statt nur unter Zeitdruck zu reagieren: Das betrifft nach Meinung von Avenir Suisse insbesondere die Aussenhandels- sowie die Sicherheitspolitik.
  2. Es gilt es zudem, die Auswirkungen der Digitalisierung und der sich verändernden Demografie mit strukturellen Anpassungen zu begleiten – im Gesundheitswesen nicht weniger als in der Bildung oder im Bereich der E-Democracy.
  3. Darüber hinaus ist dem illiberalen und wenig zielführenden Aktivismus im Inland vehementer entgegenzutreten: Dazu zählen die Klima-, Wohnungs- und Familienpolitik ebenso wie die Währungs- oder Steuerpolitik.

In der Avenir Suisse-Publikation «Was wäre, wenn...» zeigt ein einleitendes Interview mit dem Historiker André Holenstein, dass in der Geschichte der Schweiz oft erst auf Druck von aussen oder aufgrund von Sachzwängen Lösungen oder Kompromisse gefunden wurden, während vorausschauendes Politisieren nicht die Regel war. Die Autorinnen und Autoren sind der Überzeugung: «Das neue Parlament wird viel Selbstdisziplin brauchen, um ohne ideologische Scheuklappen klug auf gegenwärtige Umwälzungen zu reagieren.» Mit der vorliegenden Publikation liefert Avenir Suisse ökonomisch fundierte Grundlagen für eine sachliche Diskussion.

 

Die 13 Was-wäre-wenn-Fragen

Was wäre, wenn die WTO auseinanderbricht?

Was wäre, wenn alle multinationalen Firmen plötzlich die Schweiz verlassen?

Was wäre, wenn die Nato handlungsunfähig wird?

Was wäre, wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt wird?

Was wäre, wenn eine Maturitätsquote von 90 Prozent umgesetzt wird?

Was wäre, wenn beim Service public plötzlich alle wie die heute 20-Jährigen konsumieren?

Was wäre, wenn Unterschriften für Volksbegehren elektronisch gesammelt werden können?

Was wäre, wenn die Lebenserwartung 110 Jahre erreicht?

Was wäre, wenn die Schweizer Klimapolitik nur im Inland umgesetzt wird?

Was wäre, wenn der Staat für alle «bezahlbare» Wohnungen bereitstellt?

Was wäre, wenn der interkantonale Steuerwettbewerb abgeschafft wird?

Was wäre, wenn die Devisenreserven der SNB in einen Staatsfonds ausgelagert werden?

Was wäre, wenn wir die Hausarbeit subventionieren?

 

 

 

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