News

Wie Corporate Influencer das Recruiting unterstützen

Erfolg im Employer Branding und bei der Personalsuche hängt stärker denn je vom guten Image eines Arbeitgebers in sozialen Netzwerken ab. Corporate Influencer können dabei helfen.
27. April 2020 Michaela Geiger

Die eigenen Mitarbeitenden können als Corporate Influencer die besten Botschafter fürs Unternehmen sein, gerade wenn es ums Thema Personalsuche und das Renommé des Arbeitgebers geht. Aber wie? Und was genau meinen Experten, wenn sie von Corporate Influencern sprechen?

Corporate Influencer seien nicht von irgendwelche digitale Enthusiasten, die vorher vielleicht Social-Media-Manager waren, sagt Klaus Eck, Buchautor und einer der bekanntesten Berater für Internet- und Social Media-Themen im deutschsprachigen Raum. Es handle sich um ganz normale Mitarbeiter mit hoher Expertise in ihrer Profession und Glaubwürdigkeit im Unternehmen. Für Unternehmen seien Corporate-Influencer eine grosse Chance, wenn sie in den sozialen Medien Einblicke in ihre Arbeit geben. Damit zahlten sie direkt aufs Employer Branding ein. Mitarbeiter, die über das Unternehmen berichten, können so bei Recruitingmassnahmen unterstützend wirken.

 

Positionierung als attraktiver Arbeitgeber

«Über sichtbare Unternehmensvertreter, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, ist es einfacher, sich als attraktive Arbeitgebermarke zu profilieren als nur mit gesichtslosen Markenauftritten. Zudem stellen persönliche Beziehungen einen besonders wirkungsvollen Weg dar, von potenziellen neuen Mitarbeitenden zu erfahren und diese anzusprechen», sagt die PR-Beraterin Dr. Kerstin Hoffmann. Auch im Employer Branding spielten daher Markenbotschafterstrategien eine zunehmend grosse Rolle Zum Thema «Markenbotschafter – Erfolg mit Corporate Influencern» hat sie ein neues Buch verfasst, das im Mai 2020 erscheint.

Wie ein Corporate Influencer aktiv wird, ist unterschiedlich: Die einen lieben Videos und lassen gerne andere daran teilhaben, andere posten lieber kurze Texte und Fotos auf ihren privatem Instagram-, Facebook-oder LinkedIn-Kanal oder twittern. Social Intranet oder Mitarbeiter-Apps sind in der internen Kommunikation wichtige Kanäle. Zentral ist: Die Veröffentlichungen müssen sich immer mit der eigenen Arbeit im Unternehmen beschäftigen. Zum Beispiel lässt sich trefflich über Ergebnisse von Projekten oder Team-Events posten. Aktuell finden auch Berichte, wie Home Office im Unternehmen möglich ist und gelebt wird, gute Resonanz.

 

Employer-Branding: Im Social Web zählt Persönlichkeit

Wer heute als Vertreter/in eines Unternehmens postet, hat meistens eine entsprechende Position in national bekannten Unternehmen mit Sprecheraufgaben oder einer besonderen Vorliebe für digitale Kommunikation. «Bei Corporate Influencern geht es nicht um die Selbstdarstellung einzelner Mitarbeiter und deren Social-Media-Fähigkeiten, sondern um deren klare berufliche Positionierung», stellt Klaus Eck klar. «Wer regelmässig zum Beispiel auf LinkedIn über seine Fachthemen berichtet und dort erkennbar seine Expertise zeigt, dem vertrauen die Mitglieder des Businessnetworks eher.» Auf diese Weise könnten die Experten sehr gut ihr persönliches Netzwerk ausbauen und zu Personal Brands werden. Von deren Reichweite profitiert dann auch das Unternehmen – bis hin zur Überzeugung von jungen Talenten, ihre berufliche Karriere beim gleichen Arbeitgeber zu beginnen.

 

Talente überzeugen mit ungewöhnlichen Auftritten

Die am Arbeitsmarkt verfügbaren Talente wollen allerdings nicht nur gefunden, sondern auch von ihrem künftigen Arbeitgeber überzeugt werden. In diesem Zusammenhang gewinnt Employer Branding, der Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke, immer grössere Bedeutung – auch und gerade für kleinere Unternehmen.

Oft ist es nicht die glatt gebügelte Lifestyle-Kampagne, die bei jungen Leuten Aufmerksamkeit erzeugt, sondern eine gute Idee, die ankommt und sich herumspricht. Ein Beispiel dafür die die «Work Life Baloise»-Kampagne, mit der Baloise Versicherung 2019 die Arbeitswelt in Frage stellte.

Die Kampagne verfolgte das Ziel, die Bekanntheit von Baloise zu steigern, mit einem konservativen Branchen-Image zu brechen und ihren Ruf als innovative Arbeitgeberin weiter auszubauen. Kernelement war eine Headline-Kampagne, die den Status Quo hinterfragt und dazu anregte, sich Gedanken über die Arbeitswelt zu machen. Zu den Massnahmen gehörte eine bisher einzigartige Plakat- und LinkedIn-Kampagne, in welcher die Handynummer von Michael Müller, dem CEO von Baloise Schweiz, mit der Aufforderung veröffentlicht wurde, mit ihm die eigenen Karrierepläne zu besprechen. Die Aktion führte zu Dutzenden von Anrufen und WhatsApp-Nachrichten auf das Handy von Michael Müller sowie auch zu Hunderten von Likes und Tausenden von Impressions auf LinkedIn. Alleine das LinkedIn-Profil von Michael Müller verzeichnete über das Wochenende eine Zunahme an Views von 3’000 Prozent.

 


Webdesign by Multi Digital