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Wie familienfreundlich sind Schweizer Unternehmen?

Schweizerinnen und Schweizer stufen ihre Arbeitgeber als unverändert familienfreundlich ein. Verbessert hat sich nach einer Umfrage von Pro Familie die Möglichkeit, gezielt Überstunden zu machen, um diese später zu kompensieren.
20. Mai 2019 - PD/MIG

Die Familienfreundlichkeit der Unternehmen in der Schweiz hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert – weder verschlechtert, noch verbessert. Dies zeigt die aktuelle Repräsentativbefragung «Family Score», die von Pro Familia Schweiz, dem Dachverband der Familienorganisationen in der Schweiz, zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut TransferPlus im März mit ca. 750 erwerbstätigen Personen durchgeführt wurde.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Family Score im 2019 (ein Indikator für die Familienfreundlichkeit) entspricht mit 62 von 100 möglichen Punkten exakt dem Vorjahreswert. Der durchschnittlich erreichte Score gilt als «zufriedenstellend».
  • Praktisch alle Angebote, welche den Mitarbeitenden erlauben, Beruf und Familie optimal miteinander zu vereinbaren, stagnieren auf den Vorjahreswerten oder liegen leicht darunter. Einzig bei der «Möglichkeit, gezielt Überstunden zu machen, um diese später zu kompensieren» zeigt sich eine Verbesserung des Angebots.
  • Obwohl sich das Angebot an familienfreundlichen Massnahmen im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert oder sogar leicht reduziert hat, hat sich die Bedarfsdeckung erhöht. Dasheisst, die Angebote sind mehrheitlich dort vorhanden, wo sie gebraucht werden (höhere Korrelation zwischen Angebot und Nachfrage).
  • Der ungedeckte Bedarf ist im Vergleich zum Vorjahr erneut zurückgegangen (2017: -28 / 2018: -24 / 2019: -22). D.h. der Bedarf ist besser gedeckt, obwohl das Angebot an familienfreundlichen Massnahmen nicht vergrössert wurde. Ein möglicher Erklärungsansatz ist, dass die Erwartungshaltung gegenüber den Arbeitgebern zurückhaltender geworden ist und dass die Arbeitnehmenden vermehrt nach individuellen Lösungen suchen.
  • Der ungedeckte Bedarf widerspiegelt das reduzierte Angebot. Insbesondere dort, wo das Angebot gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, ist der ungedeckte Bedarf am grössten (Bsp. Vergünstigungen für Familienangehörige, Homeoffice, Flexible Arbeitszeiten, aktive Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie etc.).
  • Die Resultate der aktuellen Repräsentativbefragung zeigen, dass viele Unternehmen und Verwaltungen zwar über familienfreundliche Angebote verfügen, dass aber nach wie vor grosses Optimierungspotenzial besteht. Pro Familia Schweiz wird die Familienfreundlichkeit weiterhin fördern und – wo nötig – verbessern.

 

Über den «Family Score»

Beim «Family Score» handelt es sich um eine wissenschaftlich erarbeitete Online-Mitarbeiterumfrage, welche die Familienfreundlichkeit eines Arbeitgebers mit einer Kennzahl zwischen 0 und 100 ausdrückt. Mit einem kurzen, mehrsprachigen Fragebogen können Arbeitnehmende anonym ihre Erwartungen und Bedürfnisse in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mitteilen sowie das vorhandene Angebot ihres Arbeitgebers / ihrer

Arbeitgeberin bewerten. Anhand eines detaillierten Berichts erhalten die Unternehmen und Verwaltungen die Möglichkeit, die Familienfreundlichkeit gezielt dort zu verbessern, wo die Arbeitnehmenden diese am meisten bedürfen und erwarten. Unternehmen und Verwaltungen profitieren im 2019 von einer Gratisteilnahme.

 

 


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