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Wie sieht Weiterbildung im Jahr 2025 aus?

Lernen wir in Zukunft nur noch in der virtuellen Realität? Eine gemeinsame Studie von HRpepper Management Consultants und der Bitkom Akademie zeigt verschiedene Szenarien auf, wie Weiterbildung in Unternehmen zukünftig aussehen könnte.
23. September 2020 - PD/MIG

Schon heute ist die Weiterbildungslandschaft ein besonders dynamisches Umfeld.  Neue Themen, innovative Formate und kreative didaktische  Ansätze  bereichern  regelmässig  den  Markt.  Welche der aufkommenden Trends beanspruchen einen Platz in der Weiterbildung von morgen? Welche Formate bestimmen die Weiterbildung von morgen? Wie gestalten Organisationen in Zukunft das Lernen? Auf welche Entwicklungen sollten wir uns heute schon vorbereiten? Eigenverantwortliches Lernen der Mitarbeitenden, datenbasiertes Lernen, Augmented Reality – die Weiterbildung der Zukunft wird vielfältig und spannend. Die Transformationsberatung HRpepper und die Bitkom Akademie haben in einer gemeinsamen Studie knapp 400 Personen aus verschiedenen Unternehmen, Branchen und Positionen gebeten, zehn unterschiedliche Szenarien zur Weiterbildung der Zukunft einzuschätzen: Wie wird Weiterbildung 2025 aussehen?

Zudem haben wir interessante Erkenntnisse erhoben zum aktuellen Stellenwert von Weiterbildung im Kontext der Corona-Krise: Wie sehr hat sich das Lernen durch diese Herausforderung verändert?

 

Die Kernergebnisse:

Knapp die Hälfte der Unternehmen nutzt Weiterbildung aktuell als strategische Chance.47 Prozent der Befragten gaben an, dass Weiterbildung gerade strategisch eingesetzt wird, um Mitarbeitenden zum Umgang mit künftigen Veränderungen zu befähigen. Das Ergebnis zeigt jedoch auch, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen diese Chance in der aktuellen Situation nicht ausreichend nutzt. Die   Aufschlüsselung der Antworten nach Hierarchieebenen ergibt ein differenziertes Bild:  Während 80 Prozent der Teilnehmenden auf Ebene der Geschäftsführung   davon   überzeugt sind, dass Weiterbildung aktuell strategisch eingesetzt wird, teilen diese Ansicht nur 42 Prozent der restlichen Belegschaft.

Mitarbeitende tragen schon jetzt eine hohe Verantwortung für ihre Weiterbildung. Die Geschäftsführung schätzt selbst ihre Verantwortung für Weiterbildung deutlich höher ein als der Rest der Befragten. 70 Prozent der Befragten sehen heute eine hohe Verantwortung für die persönliche Weiterbildung bei den Mitarbeitern, nur 40 Prozent erkennen aktuell eine hohe Verantwortung von HR. Während 82 Prozent der Mitglieder der Geschäftsführung eine hohe Verantwortung bei sich sieht, teilen nur 37 Prozent der restlichen Belegschaft dieses Bild. 75 Prozent wünschen   sich, dass   Mitarbeiter in Zukunft ihre Weiterbildung komplett eigenverantwortlich organisieren.  Die Teilnehmenden sind jedoch nur verhalten optimistisch, ob dieser Zustand in fünf Jahren schon Realität sein wird.

Lernformate werden kürzer und finden seltener in Präsenz statt. Ein Grossteil der Befragten geht davon aus, dass Lernformate aufgrund einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne kürzer werden (61 Prozent), der Kostendruck ansteigt und   Präsenzformate seltener werden (59 Prozent). Gleichzeitig betrachtet die Mehrheit     diesen Ausblick jedoch als nicht wünschenswert.

 

Fazit der Studienautoren:

Die Bedeutung von Weiterbildungen steigt und der «War for Talents» wird sich verschärfen. Um in Zukunft die besten Mitarbeitenden für sich gewinnen zu können, müssen Unternehmen also attraktive Weiterbildungsangebote schaffen. Zudem geht die Mehrzahl der Befragten davon aus, dass Lernen künftig digitaler, in kürzeren Einheiten und zielgerichteter stattfinden wird. Gleichzeitig steigt   der Kostendruck auf Weiterbildungsbudgets. Berufliche Bildungsinhalte werden  in  Zukunft  daher  wahrscheinlich  vermehrt  digital  zur Verfügung   stehen   und   Lernen   wird   seltener   in   Präsenzformaten  stattfinden  –  auch  wenn  ein  grosser  Teil  der  Befragten dies   explizit   nicht   wünscht.  

Die Beschäftigten möchten laut Studie in Zukunft noch mehr Verantwortung für ihre eigenen Weiterbildungen übernehmen. Daher ist es wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Mitarbeitende tatsächlich mehr Eigenverantwortung übernehmen können und dürfen.  Ausserdem erwarten die Befragten, dass Soft Skills einen höheren Stellenwert einnehmen werden als Hard Skills.

Zusätzlich liefert die Studie spannende Erkenntnisse darüber, welche Rolle Weiterbildung im Kontext der Coronavirus-Krise spielt: Ein Grossteil der befragten Unternehmen nutzt die Zeit als Chance und ermöglicht ihren Mitarbeitenden, mehr Zeit in Weiterbildung zu investieren. Dabei wird oft auf kostenfreie Lernangebote gesetzt, mit denen viele Teilnehmende allerdings nur teilweise zufrieden sind.

Die   Ergebnisse zeigen laut Studienautoren, dass noch längst nicht alle Unternehmen Weiterbildungen als strategischen Hebel nutzen und eine positive Lernkultur zu fördern und regelmässig evaluieren, wie zufrieden die Mitarbeitenden mit den wahrgenommenen Weiterbildungen sind. 

 

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