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Zeit für Veränderung - Jeder Fünfte wechselt den Job oder scheidet aus

Nahezu 20 Prozent der Erwerbstätigen haben zwischen 2018 und 2019 ihren Arbeitsplatz gewechselt oder sind ausgeschieden. Unbefriedigende Arbeitsbedingungen sind der Hauptgrund für einen Stellenwechsel, belegen neueste Zahlen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE).
26. Oktober 2020 - PD/MIG

Die Zeiten, als Berufstätige von der Lehre bis zur Rente im selben Betrieb arbeiteten, sind lange vorbei: 19,2 Prozent der Arbeitstätigen haben innerhalb eines Jahres 2018/19 die Stelle gewechselt, verloren oder aufgegeben. Laut Publikation zur beruflichen Mobilität in der Schweiz 2019 des Bundesamtes für Statistik (BFS) geschah dies meist wegen schlechter Arbeitsbedingungen.

Besonders ausgeprägt ist die Mobilität bei den Jungen, bei Personen mit einem befristeten Arbeitsvertrag sowie im Gastgewerbe. Durch den Stellenwechsel erhöht sich bei jeder fünften Person der Beschäftigungsgrad und bei jeder dritten Person mit Vollzeit-Job der Lohn. Dies sind einige Ergebnisse aus der Von den im Jahr 2018 erwerbstätigen Personen hat jede fünfte innerhalb eines Jahres ihren Arbeitsplatz verlassen (19,2 Prozent). 9,8 Prozent haben das Unternehmen gewechselt, 2,9 Prozent innerhalb desselben Unternehmens eine andere Stelle angenommen, 1,8 Prozent wurden erwerbslos gemäss dem Internationalen Arbeitsamt (ILO) und 4,6 Prozent sind aus dem Erwerbsleben ausgetreten.  

 

Unzufriedenheit mit Arbeitsbedingungen ist Ursache für viele Wechsel

Zu den wichtigsten Gründen für einen Stellenwechsel gehörten 2019, in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit, unbefriedigende Arbeitsbedingungen (3,0 Prozent der Erwerbstätigen im Jahr 2018), der Wunsch nach Veränderung (2,2 Prozent), Entlassung (2,1 Prozent), das Ende eines befristeten Arbeitsvertrags (2,0 Prozent), andere Gründe (1,9 Prozent), Pensionierung (ordentliche, Früh-, Zwangspensionierung; 1,5 Prozent) sowie Kinderbetreuung und andere persönliche oder familiäre Gründe (0,7 Prozent).

 

Stellenwechsel werden mit zunehmendem Lebens- und Dienstalter seltener

Nahezu jede vierte erwerbstätige Person im Alter von 15 bis 24 Jahren hat zwischen 2018 und 2019 die Stelle gewechselt (22,9 Prozent). Die Nettorotationsquote sinkt anschliessend mit dem Alter schrittweise bis auf 4,7 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen. Je länger jemand eine Stelle besetzt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels. Bei Personen, die seit einem oder zwei Jahren im Betrieb arbeiten, beläuft sich die Nettorotationsquote auf 18,6 Prozent, bei Personen mit einem Dienstalter von sieben bis acht Jahren auf 11,1 Prozent. 

 

Mehr Stellenwechsel bei Arbeitnehmenden in prekären Verhältnissen

Im Vergleich zu Selbstständigerwerbenden (4,4 Prozent) sind Arbeitnehmende beruflich sehr mobil (13,9 Prozent), insbesondere solche mit niedrigem Stundenlohn und mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Die meisten Stellenwechsel sind in den Wirtschafsbranchen «Gastgewerbe» sowie «Immobilien, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» zu beobachten.   

 

Stellenwechsel und Arbeitsbedingungen

Zwischen 2018 und 2019 änderte sich bei 37,9 Prozent der Erwerbstätigen, die den Betrieb gewechselt haben, der Beschäftigungsgrad. 21,2 Prozent erhöhten ihr Pensum, 16,7 Prozent reduzierten es. Der Lohn veränderte sich im gleichen Zeitraum durch den Stellenwechsel bei 46,6 Prozent der Vollzeitarbeitnehmenden um mindestens 10 Prozent. 35,9 Prozent verdienten mehr, 10,7 Prozent weniger.


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